Ein Traum, der einer bleiben wird

  • Das hier ist mein absolutes Traummobil:


    Boot Igou 1.jpg


    Ich beobachte dieses kleine aber hochseefeste Motorboot nun schon seit vielen Jahren. Es gehört einem alten Herrn aus Kanada, dessen Wurzeln wohl in GR liegen.

    Lange Zeit habe ich vermutet, es sei verlassen und niemand kümmere sich darum, denn es liegt fest vertäut im alten Hafen von Igoumenitsa. Aber dann habe ich den alten Herrn mal kennen gelernt, und wir haben uns lange unterhalten.


    Er hatte das Boot per Frachter von Kanada nach Europa bringen lassen und war dann jahrelang im Mittelmeer unterwegs bis er schließlich in GR gelandet ist.


    Boot Igou.jpg



    Ich wollte immer mal fragen, ob er das Boot nicht vielleicht verkaufen wolle, habe das aber unterlassen, weil es halt Träume gibt, die man auf sich beruhen lassen sollte ;-)

  • Mir hat mal ein Eigner gesagt, das man Pi mal Daumen so 10% des Kaufpreises für die Betriebskosten im Jahr rechnen kann.

    :/

    das waere bei billigst geschossenem Alteisen durchaus ein Schnapper, ich fuerchte aber dass das nicht ausreicht...


    Also wie bei (alten) Reisemobilen :D

    Mein Wunschmobil: von aussen Smart, von innen Sattelschlepper!
    dazu passt mein Motto auch gut: "Einen Tod muss man ja sterben..."

  • Ein Kollege hatte sich ein kleines gebrauchtes Motorboot für runde 100k Euro in D gekauft und es über den Rhein nach Holland gebracht. Da hat es dann in einer Marina gelegen, und er ist am Wochenende immer mal hin und ist ein wenig durch die Grachten geschippert bis er alle in der Gegend mal durch hatte, und dann hat er das Boot wieder verkauft.


    Damit war sein Lebenstraum erstmal geplatzt und zwar an der Langeweile. Jetzt ist er in Rente und überlegt, doch wieder ein Boot zu kaufen und endlich auf große Fahrt zu gehen, also zuerst mal die Donau runter bis ins Schwarze Meer u.s.w.


    Wie sowas bürokratisch laufen kann, weiss ich nicht.

  • Ein Kollege von mir ( Malermeister) hatte sich mal ein schönes Kabinenboot, für sein persönlichen Bootsanleger am Ruppiger See gekauft. Beim überführen des schicken, neuen Teil fuhr er etwas schnell in die Schleuse, in der Panik haute er noch den Rückwärtsgang rein. Ergebnis war kleine Beschädigung am Bug und am Heck hatte er gleich noch die Schraube am Schleusentor geschrottet. Er ist dann gleich weiter zu einer Werft gefahren, seiner Frau hat er nix gesagt.


    Nach 2 Jahren war er zu geizig das Boot in der Werft unterzustellen und warten zu lassen. Ergebnis im Frühjahr, ein kaputter Motor da das Wasser nicht abgelassen wurde und es im Winter doch recht frostig war.

    Na jedenfalls nach 6-7 Jahren war die Euphorie vorbei.


    Mirko

  • In GR hatte ich auf einem illegalen Stellplatz mal das Vergnügen, neben einem uralten Hymer aus D zu parken. Man kam ins Gespräch, und mir fiel auf, dass der gute Mann ziemliche Verletzungen an den Armen und im Gesicht hatte. Er erzählte, eigentlich seien er und seine Frau seit Jahrzehnten mit einem Segelboot um die Welt gegondelt. Aber zuletzt war ihm ein Koch- oder Heizgerät (Kerosin oder sowas ?) explodiert und hatte das Boot zerstört und ihn schwer verletzt. Alles was ihm und seiner Frau geblieben war, war ein wenig Geld für den Kauf des alten Hymer.


    Aber die Geschichten, die er so erzählte, waren schon spannend. "Wenn irgendwo in einem asiatischen Hafen jemand auf Dich zukommt und eine Plastiktüte in der Hand hält, musst Du sofort schießen, denn in der Tüte ist eine Waffe!"

    8)

  • Grundsätzlich glaube ich, dass viele, die Freude am Womo haben, auch sehr viel mit einem Boot anfangen könnten. Die Art des Lebens und Reisens ist ja in vielen Punkten sehr ähnlich. Den Spruch mit den zwei glücklichen Tagen könnte man möglicherweise auch in einem Segler-Forum über Womobesitzer finden. Und tatsächlich wird es aktuell ja auch einige enttäuschte Womo-Neubesitzer geben. Ich finde, beide Reisearten (bei Booten vor Allem mit Mast) können richtig viel Freude machen. Nur in Süddeutschland ist ein Womo einfach universeller einsetzbar ;)


    Viele Grüße,

    Rüdiger

  • Der Radius mit einer Yacht ist im Vergleich zum Womo doch recht eng. Das kann schnell langweilig werden. Wir fahren ja fast jedes Jahr an andere Ziele - unerreichbar fürs Boot. Einige Bekannte haben ihres wieder erkauft wobei die Verluste dabei (und zuvor Unterhsltskosten Liegeplatzgebühren) die beim Womo erheblich überschreiten . Grüsslis Peter

    2020 Jan/Feb Myanmar, Ende Juni/Juli Normandie, September/Oktober Toskana8)

  • Sehe ich auch so wie Peter, selbst bei uns in Brandenburg wird es im Sommer schwierig wirklich vorwärts zu kommen. Die Boote sammeln sich vor jeder Schleuse und 2 Stunden sind da in der Saison keine Seltenheit.

    Ich hab im Bekanntenkreis noch ein Segler mit Kajütboot der hat jetzt zum 2.mal versucht Rügen zu umrunden, hat dann immer bei 4 Bf muffensausen bekommen und ist wieder zurück in den Bodden geschippert. Ich sag mal so, das Boot hat das Potential locker bis 6 Bf, nur dem Segler fehlt die Praxis.


    Ich für mein Teil bin mit mein Aufpustekatamaran seit gut 7 Jahren ziemlich glücklich. Der Liegeplatz ist in der Garage, der Aufbau dauert 25min. , und in 30-45 min. bin ich an 3 der schönsten Seen Brandenburgs.


    Mirko

    grabner .jpgIMG_0271.jpeg

  • Langeweile verbinde ich deutlich mehr mit Autobahnfahren als mit Segeln - hängt aber sicher auch vom Revier ab. Man ist zwar langsamer unterwegs, dafür hat man zwei und nicht nur einen Freiheitsgrad. Als Charterer ist der Aktionsradius natürlich deutlich größer als wenn man Kauft. Und gerade die Ägäis ist ein Traum. Dadurch, dass dort nach wie vor in den meisten Häfen geankert werden muss ist auch im Hafen für Kino gesorgt. Wer in der Saison in Hydra sein Boot länger allein lässt ist mutig. Da braucht es keinen Orkan - ein unvorsichtiger (anderer) Charterer reicht, um den eigenen Anker zu ziehen. Und dann wird's bei Wind spannend. Also - an Langeweile denke ich da nicht.


    Grüße,

    Rüdiger

  • Ich glaube da hätte auch eine Tüte zum Schutz der Elektronik nicht mehr ausgereicht ;-)

    och, wenn die komplett abgedichtet (und nicht zur Entlueftung offen!) ist... :D


    Mit genug (trockener!) Luft drinne haette der Kahn sogar auch noch ein wenig mehr Auftrieb bekommen!

    Mein Wunschmobil: von aussen Smart, von innen Sattelschlepper!
    dazu passt mein Motto auch gut: "Einen Tod muss man ja sterben..."

  • Ich durfte einmal im Leben ein Motorboot steuern. Das war im Beagle - Kanal / Feuerland. Wir hatten einen Ausflug zu ein paar Inselchen gemacht, wo jede Menge Seelöwen, -bären und sonstiges Getier rumlagen. Auf der Rückfahrt hatte der Käptn keine Lust mehr und übergab mir das Steuer und sagte:" Immer geradeaus....nur geradeaus.... da hinten kommt gleich Ushuaia in Sicht."


    Es waren ungefähr 10 Leute an Bord. Ich glaube, noch nie seit dem Entdecker Robert FitzRoy ist ein Boot derart ZickZack durch den Beagle - Kanal geschwankt. Zum Glück kam der Käptn rechtzeitig zurück und übernahm das Anlegemanöver.

  • Ich war fasziniert von den Weltumseglern im "Vendée Globe" und geradezu schockiert, als nachts die Meldung kam, dass Boris Herrmann kurz vor dem Ziel in einen Fischkutter gerast ist.


    Passend dazu lief vorgestern auf ARTE der Film "Styx", der wie ein fröhlicher Einhandsegler*innenfilm begann und in einer Katastrophe endete.

  • Puh - ein Glück, dass er trotz der Kollision das Rennen beenden konnte! Wir hatten Boris Herrmann wärend der zweiten Hälfte seiner Reise auf YouTube verfolgt und beim Zielspurt auch mitgefiebert. Es gab ja sogar Live-Übertragung und eine Tracking-App. Seine Berichte von den Weiten des Südpolarmeers und die von ihm ausgestrahlte Zuversicht haben uns regelmäßig fasziniert und den reisefreien Corona-Winter verkürzt. Bin gespannt, was sein nächstes Projekt ist!


    Viele Grüße,

    Rüdiger

  • mein Schwiegervater hatte lange eine Motorjacht in kroatien. im Frühjahr 2 wochen zum schrauben, im herbst ne woche zum winterfest machen, und im Sommer fahren.


    sehr nettes teil - 30 fuss gleitboot mit zwei volvo sechylindern. bis 33 knoten schnell. bei 20 knoten Marschgeschwindigkeit so 30 bis 50 € (je nach Strömung und speed) pro Stunde fahrzeit für diesel. 700 l tank :)


    wir haben das boot öfter mal gefahren, weil.wir beide quasi alle bootsführerscheine haben die es gibt und lange gesegelt sind.


    hat was. je nach revier ist mal boot, mal womo die spannendere reisegelegenheit.


    aber ja, der opex von booten ist nicht ohne. egal ob sprit beim motorboot oder alle 5 jahre neue segel beim regelmäßig gesegelten segeljacht.


    und ja, boote ao ab 36 fuss sind neu wirklich (zu) teuer. das leihen wir zuweilen mit ein paar freunden.


    allein der liegeplatz war schon 2000 € im jahr.

  • Nicht verzweifeln Alkovenfan. Kleine Summen stetig zur Seite legen und im richtigen Moment auch einmal etwas riskieren und Geld in Wertpapiere stecken. Ich bereite morgens mein Mittagessen selber (liebevoll;-) vor. Bei 250 Arbeitstagen ist das eine Ersparnis gegenüber Kantine o.ä. 10 Franken täglich. Macht in 10 Jahren 25000. Basis schon halb bezahlt! Beim nächsten Börsen-Crash einkaufen. Apple gab es letztes Jahr um diese Zeit zum Schnäppchenpreis. Nebenbei bemerkt auch MTU, Münchener Rück etc. Kurse haben sich, wie immer, prächtig erholt.

    Träume kann man sich so tatsächlich verwirklichen. Nur Mut!


    Gruss

  • Träume kann man sich so tatsächlich verwirklichen. Nur Mut!

    Klar, an der Börse kann jeder ein kleines Vermögen machen................... wenn er mit einem großen anfängt.


    Nee, ich weiss ja nicht, wie alt der Alkovenfan ist. Sollte er im Rentenalter sein oder kurz davor, würde ich an seiner Stelle nicht mehr mit dem Börsenroulette anfangen. Man braucht einen langen Atem.

  • Klar, an der Börse kann jeder ein kleines Vermögen machen................... wenn er mit einem großen anfängt.


    Nee, ich weiss ja nicht, wie alt der Alkovenfan ist. Sollte er im Rentenalter sein oder kurz davor, würde ich an seiner Stelle nicht mehr mit dem Börsenroulette anfangen. Man braucht einen langen Atem.

    Genau DIESE Einstellung hatte Börsen-Oma <3 Beate Sander nicht...

  • Ja sicher gibts auch Erfolgsgeschichten.

    Aber ich habe keine Lust, "am Ball" zu bleiben. Es gibt Interessanteres als die Börse.


    Z.B. würde ich gerne wissen, ob das Boot aus meinem ersten Beitrag noch an seinem Platz in Igoumenitsa liegt.

  • Nicht verzweifeln Alkovenfan. Kleine Summen stetig zur Seite legen und im richtigen Moment auch einmal etwas riskieren und Geld in Wertpapiere stecken. Ich bereite morgens mein Mittagessen selber (liebevoll;-) vor. Bei 250 Arbeitstagen ist das eine Ersparnis gegenüber Kantine o.ä. 10 Franken täglich. Macht in 10 Jahren 25000. Basis schon halb bezahlt! Beim nächsten Börsen-Crash einkaufen. Apple gab es letztes Jahr um diese Zeit zum Schnäppchenpreis. Nebenbei bemerkt auch MTU, Münchener Rück etc. Kurse haben sich, wie immer, prächtig erholt.

    Träume kann man sich so tatsächlich verwirklichen. Nur Mut!


    Gruss

    Nun,

    erstmal Danke für Deine Tipps und Deinen Zuspruch, :thumbup: aber so ein Robel kostet > 100 000.- €,

    d.h. ich könnte mir schon in 40 Jahren das Traummobil leisten, würde ich so sparen wie Du es mir empfiehlst. :)

    Ich habe weder Geld noch Mut zum spekulieren, noch soviel Geld, um mir den Robel leisten zu können.

    Und zu guter letzt, ich bin jetzt 72 Jahre alt, da ist meine Restlaufzeit überschaubar.
    Jenseits der 80 ist das Vergnügen zu leben nur noch sehr beschränkt,

    wie ich über Jahre hinweg bei Besuchen in div. Seniorenheimen beobachten konnte.

    Da treten dann ganz andere Bedürfnisse in den Vordergrund.

    Fazit: Ich träume weiter und nutze das, was ich habe. :)

  • Fazit: Ich träume weiter und nutze das, was ich habe. :)

    Nach dem Motto, es kommt drauf an, was man draus macht, kann man mit einem "Pössl 2 Win" genau so tolle Womo Urlaube machen, wie mit einem doppelt so teuren "CS Rondo".

    Entscheidender sind doch die Ziele die man ansteuert. Das Gefährt ist doch nur Mittel zum Zweck.


    Gruß

    Roman

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