LiFoPo4-Aufbaubatterie im Motorraum platzieren?

  • Servus Camperfreunde! Ich bin Marcel, neu hier und hätte gleich mal eine Frage. :)

    Wir bekommen demnächst unseren ersten (gebrauchten) Camper und in diesem ist die (AGM-) Aufbaubatterie im Motorraum verbaut. Nun wollen und werden wir auf LiFePo4 umrüsten. Diese Batterien laden ja nicht bei unter 0 Grad. Da es aber bei einigen Anbietern sogenannte Low Temperature-Batterien gibt (die haben ne Heizfolie innen verbaut), welche auch noch bei unter -20 Grad laden, wäre der Verbau im Motorraum theoretisch kein Problem, was Kälte betrifft (wir wollen auch im Winter den Camper im hohen Horden nutzen). Gedanken mache ich mir mehr über den Sommer und die doch ziemlich hohen Temperaturen, die bei 30 Grad draußen und nem heißen Motor entstehen können.

    Wie sehen das die Profis hier? Hat sowas ähnliches auch schon jemand hier verbaut? Oder wäre es sinnvoller, die Batterie in den Innenraum zu verfrachten, was jedoch einen erheblichen Aufwand erzeugt.

  • Hallo Marcel

    Da hätte ich schon etwas bedenken.

    Im Motorraum herrschen grosse temp-unterschiede, von saukalt bis brütend heiss. (Motoabwärme oder sonneneinstrahlung im Stand.

    Eine LiFePo im wohnraum ist bestimmt kein problem, denn unter 0 Grad "wohnst" Du ja nicht im Camper, Also laden und entladen probelmlos, und auch wenn Du unterwegs bist ist es im Camper wärmer als im Motorraum.

    Da würde ich mir jedenfalls Rat beim Spezialisten suchen vielleicht bleibt eine AGM batterie die sichere Lösung.

    Viele Grüsse

    Daniel

  • Vielen Dank für Eure Antworten, Daniel und Peter! :-)
    Nun, dann werde ich in den "sauren" Apfel beißen und die Kabelage in den Innenraum verlegen. Denn die AGM wird definitiv durch LiFePo4 ersetzt. Wir waren im Winter dieses Jahr mit einem Leih-Camper in Schweden (bei zeitweise nachts bis -29 Grad) und da war die 200 Ah-LiFePo nach einer langen Nacht vormittags, als wir wieder starteten, bei ca. 40%. Das ist mit der momentan verbauten 110 Ah AGM keiinesfalls machbar.

  • moin in die Runde. Ich habe im letzten Jahr mir eine Liontron Lithium gegönnt. Früher waren meine Bordbatterien im Aussenstaufach verbaut gewesen. Da diese in meinem Knaus total verrostet war hab ich diese aus Alu neu anfertigen lassen und die Lithium dann unter der Sitzbank im inneren des Fahrzeuges positioniert. Damit es nicht zu kalt wird im Winter wenn das Womo mal steht hab ich das Isolationsmaterial von der Batterielieferung zu einem Kasten zusammen geklebt. Darin steht nun die Lithium, warm eingepackt und arbeitet hervorragend.

    Des Campers größter Fluch ist Regen und Besuch (der Regen geht ja noch)!

  • Mutig, aber vielleicht klappts: Datenblätter für LiFePo von Liontron ( = Beispiel) = Ladung -10° bis +45°C, Lagerung -20°bis +60°.

    dei +45° sind meines erachtens schnell erreicht im Sommer, Sonneneinstrahlung und/oder Motorabwärme.

    Mit guter Isolation kannst Du das eventuel in denGriff bekommen.

    Und ja, das BMS wird das abriegeln bevor etwas passiert. ....> hoffentlich.

    Möchtest Du nicht mal mit einem Spezialisten das Thema durchgehen?? ich finde der Wert einer Batterie ist zu hoch um das zu riskieren, und Dein Sprinter wirds Dir danken dass Du ihn nicht abfackelst (im extremfall).

    Ich kann mal versuchen mich beim Lieferanten meiner LiFePo schlau zu machen, === ohne Gewähr.


    Daniel

  • Hallo Sonnyboy. :wink

    Ich habe dem Schweizer Händler geschrieben der mich beim Kauf meiner Liontron 150Ah beraten hat, auch betreffend Einstellungen am Votronic VBCS. Er war sehr professionell und hilfsbereit bei der Beratung. Er ist Spezialist auf dem Gebiet AKKU's aller Arten, und vertreibt diverse LiFePo Hersteller.

    Ich habe ihm Deine Situation geschildert. Seine Antwort:

    Die Problematik bei der Montage im Motorraum haben Sie schon sehr gut beschrieben. Die Batterie sollte nicht wärmer als 60° werden und sie lädt nicht oder nur reduziert bei Temperaturen von 0° oder weniger. Mit einer Isolierung kann das Problem der hohen Temperaturen wohl gelöst werden, da die alte AGM Batterie ja diesbezüglich auch limitiert war. Im Winter wird es aber vermutlich Probleme geben beim Nachladen der Batterie, um das Problem zu lösen braucht es eine Heizmatte welche man z.B. bei Conrad erhält. Liontron hat das Problem in der neuen Arctic Serie sehr elegant gelöst. In der Batterie sind die Heizmatten bereits integriert und das BMS steuert sie so, dass der Ladestrom zuerst für die Heizung verwendet wird und erst wenn die Batterie auf Temperatur ist wird geladen. Der Aufpreis für die Arctic Ausführung ist ca. Fr. 200.-, es sind alle Liontron Batterien der LX Serie ab 100Ah als Arctic erhältlich. Eine erste Lieferung wird in ca. 3 Wochen bei uns eintreffen. Die Standard Liontron Batterien welche wir bereits im Shop haben, können auch nachträglich mit dem Arctic Upgrade nachgerüstet werden.


    Die 60° Obergrenze musste die AGM auch aushalten, das wird wohl funktionieren, jedoch scheint es dass der Winter das grössere Problem sein wird, denn ohne Heizung wird unter 0 Grad die Ladung versagen. 

    Ich geh mal davon aus das Du technisches Verständnis hast: Denk auch daran das der Laderegler an die LiFePo Lade Kurve und Erhaltungsspannung angepasst werden sollte, und das Kontrollpanel ebenfalls neu kalibriert werden sollte.( LiFePo Kapazität, 100% Abgleich). Ist eigentlich einfach sofern Du alle Anleitungen hast. 


    Sein Kommentar betreffend der ARCTIC Version von Liontron bestätigt die Diskussion die wir in diesem Forum schon mal durchdiskutiert haben.


    Viel Spass

    Daniel

  • Wenn Du Dir die Li Batt vor allem wegen der -29 Grad in Schweden kaufst (wie ausgeführt) und dann im Motorraum platzierst ist das sehr kontraproduktiv wenn nicht zum totalen Scheitern führend. Und gut isoliert wird sie auch vom Motor nicht erwärmt…. Grüsslis Peter

    2020 Jan/Feb Myanmar, Ende Juni/Juli Normandie, September/Oktober Toskana8)

  • Auf welche Dinge muß man beim Umrüsten auf Lithiumbatterie sonst noch achten?

    Wie ist es mit Brandgefahr oder Explosionsgefahr?

    Sicher sein dass das Ladegerät für LiFePo geeignet ist, und dementsprechend einstellen, und idealerweise eine LiFePo Batterie mit integriertem BMS verwenden. Somit fallen alle sicherheitsrelevanten Einstellungen weg. Es ist absolut ungefährlich sofern diese basics berücksichtigt werden.

  • Sicher sein dass das Ladegerät für LiFePo geeignet ist, und dementsprechend einstellen, und idealerweise eine LiFePo Batterie mit integriertem BMS verwenden. Somit fallen alle sicherheitsrelevanten Einstellungen weg. Es ist absolut ungefährlich sofern diese basics berücksichtigt werden.

    Prima, danke.

  • Servus Daniel!

    Vielen lieben Dank für Deine Nachfrage und Deine Antwort! Das ist eigentlich alles so, wie ich es mir vorgestellt habe. :-) Bezüglich der Anpassungen der Laderegler bin ich im Bilde und mein vorhandener kann auf LFP eingestellt werden.
    Mal sehen, wie ich es jetzt mache.

  • Wenn Du Dir die Li Batt vor allem wegen der -29 Grad in Schweden kaufst (wie ausgeführt) und dann im Motorraum platzierst ist das sehr kontraproduktiv wenn nicht zum totalen Scheitern führend. Und gut isoliert wird sie auch vom Motor nicht erwärmt…. Grüsslis Peter

    Servus Peter,

    auch Danke an Dich! Nein, bezüglich der tiefen Temperaturen mache ich mir in der Tat keine Gedanken, da ich eine LFP mit integrierter Heizmatte eh im Blick habe. Ich hatte halt eher Bedenken wegen der Wärme. ;-)

  • Im Hinblick auf tiefe Temperaturen hatte ich meine Batterie (nicht im Motorraum) sicherheitshalber als LiFeYPO4-Batterie genommen (Y=Yttrium). Winston ist soweit ich weiss der einzige Anbieter dieser gelben Zellen.


    Ich habe die Batterie von Lisunenergy....

    http://lisunenergy.de/

    .... da gibt's über das blaue Forum noch etwas Rabatt.


    Auch ein seriöser Lieferant ist Nothnagel Marine

    https://www.nothnagel-marine.de


    Man kann die Zellen auch über AliExpress kaufen, die Preise sind zwar manchmal verlockend, aber als Laie würde ich da die Finger weg lassen.... schon allein wegen möglicher oder unmöglicher Garantieabwicklung.

    Gruss Thomas


    Ein Leben ohne Sprinter-KaWa ist zwar möglich, aber sinnlos.

  • Hallo Sonnyboy :)

    Wenn man keine Probleme hat, dann sucht man danach.

    Wir waren 3 Monate ( Dez- Feb ) in Norwegen. Nach wochenlangen -35 Grad sind wir wieder Richtung Küste bei angenehmen -12 Grad gefahren. Wenn du 8 Stunden bei 30-35 Grad minus stehst und am Morgen den Schlüssel von deinem Zündschloß umdrehst, tut sich erst einmal überhaupt nichts. Oel, Wasser und das Material vom Motor ist so steif, das der Anlasser seinen Dienst verweigert, egal welche Batterie du hast. Das A+O bei solcher Kälte ist m.E. die Standheizung mit Motorvorwärmung, nun kannst du dein Motörchen auch mit einer Gelbatterie starten, ansonsten findest du im Ernstfall immer nette Leute zum Fremdstarten.

    Das viel größere Problem, ist die Standheizung im Wohnbereich. Nur 2-3 Stunden keine Heizung und deine komplette Wasserversorgung ist im Eimer. denk daran, deine Truma läuft tagtäglich durchgehend 24 Stunden. Bei dieser Kälte würde ich einen Standplatz suchen immer in der Nähe von 220 Volt Landstrom, 1Heizwürfel im Laderaum und einer im Wohnbereich wäre auch sinnvoll. Auch bei der Fahrt kann es im Laderaum ohne Heizung unter 0 Grad werden und dein Boiler entleert sich selbstständig, alles schon erlebt.

    Aber jetzt kommt erst einmal der Sommer und du hast noch viel Zeit, bis es in Norwegen wieder kalt wird. :meinung:


    Viele Grüße

    Rosi und Ernst :00000436:

  • Hallo Ernst,


    da sage ich nur MB Code H 12 mit auswählen.

    Mache ich nun schon beim 3. Fahrzeug.

    Nicht nur bei Minus 35° C sagt Dein Motor Dir bei jedem Start DANKESCHÖN.

    Der Motor ist warm und springt shcnell an, das Führerhaus ist warm, die Frontscheibe ist frei.


    Wenn auch inzwischen etwas über 1.000.- Euro, aber bei den Kaufpreisen heute.

    Wer keine Garage / Halle hat sollte diese Heizung mit auswählen, ist bei Frost sehr zu empfehlen.

    Immerhin hatten wir ja dieses Jahr auch schon -20° C in Deutschalnd.

  • Danke Euch beiden für den netten Post! Du hast völlig recht: wenn solche arktischen Temperaturen im Anmarsch sind (oder man sich dahin begibt, wo sie herrschen), sollte man sich in Nachbarschaft zu anderen aufhalten, was halt Campingplätze & Co. sind. Über eine Motorvorwärmung habe ich in der Tat auch schon nachgedacht und werde das wahrscheinlich auch mit ins Umbau-Programm reinnehmen. :-)

Jetzt mitmachen!

Sie haben noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registrieren Sie sich kostenlos und nehmen Sie an unserer Community teil!