Fahrzeugverkauf: sichere Abwicklung

  • Hallo aus dem sonnigen Baden,

    bei uns steht demnächst der Verkauf unseres T5 Werz Magnum an.

    Inserieren werde ich ihn in den einschlägigen Plattformen.

    Aber auf was sollte ich bei Probefahrt, Vertragsgestaltung und Bezahlung durch den Käufer unbedingt achten?

    Wie ist da Euer Vorgehen bzw. welche Erfahrungen gibt es.

    Hab noch nie ein Auto was mehr wert war als 3k an Privat verkauft. Da war immer Barzahlung das Mittel der Wahl, ansonsten gekauft wie gesehen und Probe gefahren. Aber bei solchen Beträgen ist das Risiko auch überschaubar.

    Danke im Voraus und Gruß

    Ronald

  • Hallo,

    in Erwartung meines DUO Independent habe ich jetzt mein bisheriges Womo verkauft. Die Abwicklung läuft wie folgt:

    ADAC-Vertragsformular beidseitig unterschreiben

    Anzahlung von 3000 € bis der Käufer sein Womo verkauft hat

    Dann parallel Übergabe der Papiere und Aufforderung zur Überweisung des Restbetrages

    Nach Erhalt des Geldes erfolgt die Schlüsselübergabe und die Öffnung meines Hoftores.


    Auf ähnliche Art und Weise habe ich auch schon 2 Reimportneuwagen gekauft. Ich erhielt immer schon die Papiere per Post und bin dann ausgerüstet mit Kennzeichen und Geld zum Abholen gefahren. Einmal mit Geldbündel in der Hose (war ein wenig aufregend) und einmal per Blitzüberweisung nachdem ich mein neues Fahrzeug gesehen hatte. Übrigens, bei meinem Autokauf per Barzahlung war ich doch überrascht. In einem Verkaufsraum gab es mehrere, mir z.T. per Mailverkehr bekannte, Verkäufer und jeder war mit einer eigenen Geldzählmaschine ausgestattet.


    Vielleicht ist ja hier im Forum ein juristisch beschlagener Mensch der beurteilen kann ob die Übergabe der Papiere bereits einen Eigentumsübergang darstellt. Ich habe das Prozedere so im Vertrag geregelt und ich kann mir nicht vorstellen dass ich das Fahrzeug übergeben müsste wenn der Verkäufer noch nicht bezahlt hat. Sonst würden dies die Reimporteure nicht so machen.


    Gruß Hans

  • Hallo,

    das letzte Womo, ein James Cook ging vor ca. 3 Jahren gegen Barzahlung an den Käufer über (Käufer kam mit dem Zug aus der Region Freiburg und fuhr mit dem James Cook zurück).

    Sofortüberweisung ginge wohl heute auch sehr schnell.

    Dann haben wir noch Sumup, da kann man gegen geringe Gebühr mit allen gängigen Karten bezahlen.

    Gruß, Kiel

  • Hallo!


    Unser erstes Womo haben wir auch privat verkauft. Da bin ich selbst mit dem Womo zum Käufer gefahren, hab es auf dessen Grund abgestellt, Nummerntafel genommen, Kaufvertrag unterschrieben, Bargeld entgegen genommen. Dann Fahrzeug abgemeldet und den Typenschein eingeschrieben dem Käufer geschickt.


    Eine sinnvolle Variante hab ich auch irgendwo gelesen: bei der Übergabe Zug um Zug das Bargeld gar nicht annehmen, sondern mit dem Käufer zur Bank fahren und dort direkt einzahlen, auch wenn es eine kleine Gebühr kostet. Dann ist auch gewährleistet, dass keine Blüten dabei sind und man hat quasi auch einen Zeugen für die Kaufabwicklung.


    Zur Probefahrt noch ein Gedanke: achte darauf, dass zusätzliche Fahrer in deiner Versicherung eingeschlossen sind!



    Roland

    You don't need to be a magican to disappear, you just need a camper!

  • Ich verkaufe gebrauchte Fahrzeuge grundsätzlich nur gegen Barzahlung bei Übergabe, egal wie hoch der aufgerufene Betrag ist. Die Zahlung ist das Problem des Käufers. Ich lasse mich auch nicht auf Anzahlungen, Raten und/oder Reservierungen ein - der erste Höchstbietende vor Ort erhält den Zuschlag sofort wenn er zahlt, also Zwischenverkauf vorbehalten. Wenn Du dich auf Anzahlungen oder gar Ratenzahlung - was Du nicht tun solltest! - unbedingt einlassen willst, schreibe in den Vertrag "Das Fahrzeug bleibt bis zur vollständigen Bezahlung Eigentum des Verkäufers" und behalte solange den Brief.

    Bei Verkauf von privat schreibe "Unter Ausschluß jeglicher Gewährleistung". Und paß auf - zugesicherte Eigenschaften haben Bestand. Also weniger ist hier mehr, da Du die Sachmängelhaftung nur schwer bis gar nicht ausschließen kannst. Schreibe in den Vertrag "Gekauft wie gesehen und probegefahren".


    Und ganz wichtig - niemals ein noch angemeldetes Fahrzeug übergeben! Die Abholung und Überführung ist ebenfalls Sache des Käufers.


    Viel Glück und vorallem viel Spaß und Nerven mit den Kaufinteressierten...


    Gruß, Stefan

  • Vorsicht bei Barzahlung. Gefälschte Scheine sind heute nur noch von Banken zu erkennen. Also wenn Barzahlung, dann sofort bei einer Bank prüfen lassen. Sonst bleibt Dir, außer Papier nichts mehr.


    VG

    Rupert

  • Wir haben Ostern unsren Arto an privat verkauft.


    Nach diversen Annäherungs-Verhandlungen über WhatsApp kam der Käufer, hat sich das Fahrzeug angesehen. Eine Probefahrt wollte er gar nicht machen. Bei einer Probefahrt wäre ich immer mitgefahren. Nach finalen Verhandlungen und Zuschlag per Faustcheck und Standard-Vertrag von mobile.de haben wir einen Übergabetermin vereinbart. Zahlung per Echtzeitüberweisung vor Ort bei Übergabe des Fahrzeugs un der Papiere.


    Die Echtzeitüberweisung ist heute kein Problem mehr. Sie ist in Europa einheitlich auf 15.000 € begrenzt. Man kann aber beliebig viele Echtzeitüberweisungen hintereinander tätigen. Das Ganze läuft über die App der jeweiligen Bank. Vorher klären, ob das Deine Bank anbietet und auch Echtzeitüberweisungen verarbeiten kann.


    Da es sich hier aber um eine deutlich 6-stelligen Betrag handelte, hat der Käufer von seiner Bank die Zusage bekommen, den Betrag in einer Summe per Echtzeitüberweisung überweisen zu können. Was natürlich, trotz mehrfacher Telefonate mit der Bank nicht geklappt hat🤪. In weiser Voraussicht hat der Käufer bei seiner Bank aber eine schriftliche Überweisung unterschrieben, die dann seitens der Bank ausgeführt wurde. 10 Minuten später hatten wir das Geld auf dem Konto.


    Per Standard-EU-Echtzeitüberweisung haben wir 2020 den Kastenwagen meiner Schwägerin bezahlt. Der Händler wollte erst Bezahlung, dann Termin machen für Übergabe der Papiere und des Fahrzeugs. Das haben wir abgelehnt. Nach zähen Gesprächen hat er der Echtzeitüberweisung bei Übergabe zugestimmt.


    Nach Übergabe ging es dann in die Buchhaltung, wo sich nochmal beim Chef versichert wurde, ob das hier mit rechten Dingen zugeht. Die kannten das System noch gar nicht. Dann wollte man uns den Buchhaltungsrechner zu Verfügung stellen, um die Überweisung zu tätigen. Sie waren ganz erstaunt als ich ihnen sagte, dass ich das mit meinem Handy mache. Dann habe ich entsprechend oft die 15k und dann noch den Restbetrag überwiesen .... und sie waren noch mehr erstaunt, das die jeweilige Überweisung 10 Sekunden später auf ihrem Konto waren. 😀. Die Bank meiner Schwägerin konnte zu diesem Zeitpunkt noch keine Echtzeitüberweisung durchführen.


    Mein Fazit:

    Heutzutage ist es kein Problem mehr (wenn die jeweiligen Banken das können) Übergabe gegen Echtzeitüberweisung. Falls mit Bargeld bezahlt werden sollte, würde ich immer mit dem Käufer zu meiner Bank gehen und ihn das Geld auf mein Konto einzahlen lassen.

  • Meine beiden Benz (123 und 124) waren so weit runter geritten, dass ich sie nur für kleines Geld verkaufen konnte. Auf meine Anzeigen bei mobile.de gab es binnen weniger Minuten nach Freischaltung schon etliche Anrufe, ausschließlich von Ausländern, die sofort kaufen wollten.


    Ich habe aber auf einem schriftlichen Vertrag nach Besichtigung bestanden. Am nächsten Tag standen die Herren dann alle gleichzeitig bei mir vor der Garage und verhandelten untereinander. Mit mir sprach niemand. Erst als ich ins Haus gehen wollte, kam einer hinterher. Von dem habe ich mir den Ausweis zeigen lassen, dann haben wir den Mustervertrag ( Privatverkauf ohne Garantie und Gewährleistung !) unterschrieben, er hat bar bezahlt (nur wenige tausend) und den KFZ-Brief mitgenommen.


    Am nächsten Tag kam er mit der roten Nummer und hat das Auto abgeholt..

  • ... ich lese mit, geld ist nicht das Problem, das kriegt man geregelt.

    Aber die Kennzeichen? Ich war neulich kurz vor einem Kauf und habe "rote Kennzeichen" gegoogelt und meine, die darf man nur als KfZ-Händler haben und nicht als Privater (und gesetzt den Fall, man kenne da einen Händler, wo man noch "einen gut" hat, würde der sich strafbar machen).


    Meine Idee war damals: wir notieren (Datum und genaue Uhrzeit) die Übergabe, ich hab eine Bestätigung meiner KfZ Vericherung danei (EVB? EZB? ...) , ich fahr mit den KZ heim, melde am nächsten Tag um, alte Kennzeichen werden entwertet und wenn der Vorbesitzer die aus Sentimentalitä haben will, schicke ich sie zurück.


    Geht so aber nicht, oder?


    grübelnde Grüße Andrea

  • Aber die Kennzeichen? Ich war neulich kurz vor einem Kauf und habe "rote Kennzeichen" gegoogelt und meine, die darf man nur als KfZ-Händler haben und nicht als Privater (und gesetzt den Fall, man kenne da einen Händler, wo man noch "einen gut" hat, würde der sich strafbar machen).

    Hallo Andrea,


    es ist eigentlich ganz einfach. Man kann sich ein "Kurzzeitkennzeichen" besorgen. Es ist max. 5 Tage gültig und darf nur zum Zwecke einer Probefahrt oder der Überführung eines Fahrzeugs genutzt werden. Ich habe mir ein solches beim letzten Pkw Kauf besorgt. Der neue stand in Stuttgart und ich musste ja mit meinem alten dort hin fahren. Der neue sollte aber auch zugelassen sein, wenn ich ankomme...da half nur dieses KZ weiter:


    https://www.adac.de/rund-ums-f…sung/kurzzeitkennzeichen/


    Gruß

    Roman

  • Meine Idee war damals: wir notieren (Datum und genaue Uhrzeit) die Übergabe, ich hab eine Bestätigung meiner KfZ Vericherung danei (EVB? EZB? ...) , ich fahr mit den KZ heim, melde am nächsten Tag um, alte Kennzeichen werden entwertet und wenn der Vorbesitzer die aus Sentimentalitä haben will, schicke ich sie zurück.


    Geht so aber nicht, oder?


    grübelnde Grüße Andrea

    Genau so haben wir das mit dem Käufer des Arto gemacht. Die neue EVB-Nummer des Käufers muß aber in dem Vertrag eingetragen werden. Dann ist ab Übergabe das Fahrzeug über den Versicherer des Käufers versichert. So war zumindest die Aussage.

  • Mit hohe Bargeld mit Käufer ins Bank reingehen und einzahlen. Wenn der Käufer nicht will, dann ist was faul.

    .... nicht jeder mag mit 5stelligen Summen in bar quer durch die Lande reisen. ..... Ich hätte da genau gar keinen Spaß dran. Vermutlich würde ich mit dem Verkäufer neben mir sitzend das online-banking anschmeißen und unter seinen wachsamen Augen die Überweisung abschicken. Wenn es nicht dieselbe Bank ist, kann man das nicht mehr zurückholen.

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