Geschwindigkeitsbegrenzung für Gespanne in Frankreich

  • Hallo! Ich plane eine Reise mit Wohnwagen durch Frankreich. Eben habe ich gelesen, dass man bei trockener Straße auf Autobahnen 130 km/h fahren darf! Stimmt das wirklich? Es erscheint mir nämlich für mein Gespann mit einem 530er Hobby-Wohnwagen zu schnell.


    Weiß jemand ob es in Frankreich (für Geschwindigkeitsbegrenzungen im niedrigeren Bereich und für PKW solo) diese angeblich geduldeten 10km/h als Überschreitungstoleranz gibt.


    Viele grüße
    Peter

  • Hallo Peter,


    ich war zwar schon länger nicht in Frankreich, aber auf angeblich geduldete Toleranzen würd ich mich nicht verlassen.
    In Frankreich gibt es ein generelles Tempolimit von 130 KmH. Das ist für ein Wowagespann viel zu schnell. Ich würd mich bei 95 -100 hinter einen Lkw klemmen.


    Gruß aus Dortmund


    Florian

  • Wenn man bei in FR erlaubten 130 km/h mit dem WoWa einen Unfall hat, gibt es Probleme mit der Versicherung. Wer in DE nur 80 km/h fahren darf sollte das auch in FR tun.


    Ich bin jahrelang mit meinem Dienstwagen [Vollservice, der Dieselverbrauch steigt exponetiell an! ] in FR mit Tempomat auf leeren AB'S 115 - 120 km/h gefahren, war mir aber des Versicherungsriskos bewusst.


    In FR und DE fahre ich jetzt mit meinem RAV 4.3 Tacho max 100 - 105 km/h ,also max. echte 100 km/h mit Tempomat. Da ich aber nicht mehr unter Zeitdruck bin werde ich es wohl auch mal etwas langsamer angehen. Aber unter 90 -95 km/h macht es keinen Fahrspass mehr ). Wichtig ist, dass man auch mal eine Gruppe von LKW'S flott überholen kann, ohne die Nachfolger wie beim Elefantenrennen aufzuhalten!


    Sehr wichtig ist auch die Gespann Kombination und das Gewichtsverhältnis Zugwagen/Hänger undabhängig von der 1:1 Regelung. (Bei mir Hänger 70% des Zugwagengewichtes, beide beladen)


    Die meisten - oft in FR - auf den Kopf liegenden WoWA hatten einen motormäßig starken aber sehr leichten Zugwagen (z.B. Golf, Mondeo etc.). In FR merkt man das dann besonders schnell, wenn man die Rhonetalautobahn oder die Autobahn am Mittelmeer entlangfährt mit seinen starke Seitenwindböen.


    In meinem Fall ist das Verhältnis ok, bei den vorhergehenden VW Bussen T4 und Espace JK war das auch der Fall.


    Ich hatte früher mal einen Ford Sierra mit starken Motor und leichtem WoWa von Bürstner dran, da war bereits bei 95 km/h Ende der Fahnenstange.


    Sehr wichtig ist auch die Trimmung und Ausrüstung des WoWa mit Stoßdämpfern, Schlingerdämpfung und Reifen. Die Erstausrüsterreifen - auch wenn für 100 km/h zugelassen kann man alle gleich nach dem WoWa Kauf wegwerfen.


    Meine Empfehlung : den Conti Vivanco 4 Season (Leicht LKW Reifen).
    Dieser Reifen hat eine hohe Traglastreserve, eine hohe zugelassene Geschw. und steifere Seitenflanken, was bei LKW'S und WOWA sehr wichtig ist.


    Für alle WoWa und Anhängerfahrer hier noch einmal ein interessanter link:


    http://www.zugwagen.info/


    Hier kann man auch die Schnellfahrgeschwindigkeit für seine Kombination ermitteln. Aber nicht die Beladung im Zugfahrzeug und im Hänger bei der Eingabe vergessen ;-).

  • Bon jourle, Peter,
    wohl die meisten Wohnwagen deutscher Hersteller sind bauartbedingt bis 100 kmh zugelassen (es gibt Ausnahmen bei älteren Modellen). Allerdings darfst Du die 100kmh in Deutschland nur fahren, wenn Du beim TÜV eine Plakette besorgst (siehe dazu unter SUCHEN).
    In Frankreich darfst Du auch ohne Plakette die 100 kmh fahren. Ja, Du darfst bezüglich Straffreiheit gegenüber der Polizei sogar 130 kmh fahren. Wenn allerdings ein Unfall passiert, wird Dir Deine Versicherung bei Nachweis der überhöhten Geschwindigkeit Probleme bereiten.
    Je nachdem, wie Dein Gespann zusammengestellt ist, kannst Du zwischen Tacho 85-110 kmh fahren. Noch schneller fahren verringert die Gespannstabilität, erhöhte den Bremsweg und macht das Gefährt sehr seitenwindempfindlich. Deshalb besonders auf Autobahnbrücken bei Seitenwind vorsichtig fahren und auch bergab eher langsamer als auf ebener Straße.
    Ja und der Verbrauch, im Bereich 85-105 noch halbwegs akzeptabel, steigt extrem an, da überlegt man sich schon, ob man unbedingt der schnellste sein will :D :D.
    daf43

  • Zitat

    Original von sturmvogel
    ...
    Meine Empfehlung : den Conti Vivanco 4 Season (Leicht LKW Reifen).
    Dieser Reifen hat eine hohe Traglastreserve, eine hohe zugelassene Geschw. und steifere Seitenflanken, was bei LKW'S und WOWA sehr wichtig ist.
    ...


    Sturmvogel,


    so ist mindestens die Formulierung nicht richtig.


    Der oder die Reifen haben erst einmal keine Traglastreserve 8o Die Reserve bringt der geneigte Camper erst ein, wenn er einen Reifen mit einer höheren Traglast als erforderlich wählt.


    Das bringt die Reserve.


    Hier kann man die Daten zur "Reservebildung" ermitteln: http://www.hasselwander.de/01b…525938a1208206/index.html


    Viel Erfolg !

  • Nun will ich auch mal meinen "Senf" dazu geben.


    Wir fahren schon viele Jahre mit Caravan auf Frankreichs Autobahnen.
    Bisher habe ich das Tempolimit von 130 km/h noch nie ausgenutzt.
    Einerseits weil es mit meinem Zugwagen schon etwas mühsam ist, dieses Tempo zu erreichen und dazu den Verbrauch unnötig in die Höhe treibt.
    Jedoch bis Tacho 120 km/h erlaube ich mir je nach Beschaffenheit der Autobahn, den Verkehrsverhältnissen und der Witterung schon ab und an.
    Meistens jedoch steht der Tempomat auf Tacho 115 km/h, da sind dann knapp "echte" 110 km/h , dabei komme ich mit rund 11 L Diesel hin und das Gespann läßt sich problemlos fahren.
    Bei solchen Geschwindigkeiten sollte es sich von selbst verstehen, dass der Caravan vernünftig beladen und nicht überladen ist, die Deichsellast möglich nahe an Maximum liegt, Luftdruck ( auch beim Zugfahrzeug) etc. stimmt.
    Sich an LKW´s zu hängen finde ich persönlich wenig entspannend und um in den Genuß eines Windschattens zu kommen, muss man eindeutig zu dicht auffahren !!
    Das wird in Deutschland neuerdings auch richtig teuer ...


    Hier möchte ich auch noch mal an die Verwendung von Metallventilen ereinnern.
    Aber das wurde ja schon an anderer Stelle hinreichend diskutiert.

  • Bon jourle,
    Lechner beschreibt genau das Problem mit dem LKWs. Es ist fast unmöglich, mit LKW-Geschwindigkeit mitzufahren. Sobald man mit ihnen fährt und einen halbwegs normalen Sicherheitsabstand einhält, nutzen die LKWs dahinter jedes Zucken im Gasfuß des Gespannfahrers, um noch dichter aufzuschließen. Dann fahren die mit 2 m Abstand hinterher und lauern auf eine Überholchance. Sie setzen sich vor das Gespann und man muss den Sicherheitsabstand durch kurzfristig etwas geringere Geschwindigkeit einstellen und schwupps, überholt schon der nächste.
    Damit man nicht endlos nach hinten durchgereicht wird und dann an den Steigungen wieder an allen vorbei muss, hilft nur, eine etwas höhere Geschwindigkeit zu fahren und beim Annähern eines LKW von hinten schnell den vorderen LKW zu überholen. Dann hat man wieder "Luft".
    daf43

  • Hallo pgelhard,
    ich wuerde in F mit Gespann nur meine zugelassene deutsche Geschwindigkeit fahren. Ansonsten wirst Du bei einem Crash Probleme mit Deiner Versicherung haben.


    Auf 10%- Toleranz wuerd ich in F nicht setzen. Die Polizei ist sehr genau.
    Die Bussgelder sind sehr hoch und man wird Deinen Wagen, falls Du nicht zahlst, stilllegen.


    Gruss
    Rudi, der in F immer angemessen faehrt


  • 10-15 Tacho Kilometer drüber werden toleriert, das haben mir auch meine franz.Kollegen bestätigt.
    Aber Achtung in ganz Frankreich gibt es jetzt eine Vielzahl von Radaranlagen. WoWa geschw. wird - noch - selten bzw. fast gar nicht gemessen.

  • Hallo an alle, denen es nie schnell genug geht.


    Habt ihr schon einmal bei der in F auf Autobahnen für Gespanne erlaubten Geschwindigkeit mit einem Gespann eine richtige Notbremsung hinlegen müssen?
    Wie schnell seit ihr dann an den bisher vor euch fahrenden Pkws vorbeigedonnert (wenn noch Platz war), als die schon standen? Probiert es mal auf einer einsamen Straße. Ich glaube, daß alle, die das schon einmal im Ernstfall mitgemacht haben, die Geschwindigkeit mit einem Gespann wesentlich niedriger halten, als sie in F erlaubt ist.
    Es gibt natürlich immer wieder einige, die es den Kamikazes nachmachen wollen.

  • Zitat

    Original von wju
    Hallo an alle, denen es nie schnell genug geht.


    Habt ihr schon einmal bei der in F auf Autobahnen für Gespanne erlaubten Geschwindigkeit mit einem Gespann eine richtige Notbremsung hinlegen müssen?
    Wie schnell seit ihr dann an den bisher vor euch fahrenden Pkws vorbeigedonnert (wenn noch Platz war), als die schon standen? Probiert es mal auf einer einsamen Straße. Ich glaube, daß alle, die das schon einmal im Ernstfall mitgemacht haben, die Geschwindigkeit mit einem Gespann wesentlich niedriger halten, als sie in F erlaubt ist.
    Es gibt natürlich immer wieder einige, die es den Kamikazes nachmachen wollen.


    Ich denke, dass es sicher nur wenige Kamikaze-Camper gibt, die in F tatsächlich mit 130 km/h durch das Land donnern. Der Rest fährt sicher langsamer, wenn auch nicht mit Tempo 80 km/h.
    Wer schnell fährt, sollte natürlich auch vorausschauend fahren und ggf. auch einen entsprechend großen Abstand zum Vordermann einhalten, dann donnert man auch nicht an den bereits haltenden Fahrzeugen vorbei.


    Wie schnell fährst Du denn mit dem Smart hinten dran in F ??

  • Hallo Sturmvogel,
    besten Dank für den Titel. Den gebe ich gerne zurück. Es gibt halt Leute, die immer schon alles vorher wissen und sich immer rechtzeitig richtig verhalten. Für die war mein Beitrag nicht gedacht und natürlich auch völlig überflüssig.


    Zu einer unerwarteten Notbremsung braucht es keinen dichten Verkehr, sondern nur einen anderen Verkehrsteilnehmer der sich unerwartet verhält oder etwas auf der Straße liegendes und schon wünscht man sich einen Anker, wenn das Gespann schiebt und schiebt bis die Bremsen dann irgendwann mal richtig greifen. Und das dauert schon bei 100kmh oft recht lang.
    Ich habe in F genug dieser Gespann-Tieffliger beobachtet, die dann froh waren, daß die anderen Verkehrsteilnehmer das Geschoß kommen sahen und die Bahn frei gemacht haben, wenn der Spezialist mit viel Gllück und unter Mithilfe aller 3 Fahrspuren sein Gespann stabilisiert hat. Das Ganze mit und ohne Stabi und mit großen und kleinen Zugwagen.
    Eigenartigerweise oder vielleicht doch nicht, war da nie einer aus F in Nöten.

  • Hallo Burkhard,
    Max. 100kmh ist für mich eine gute Geschwindigkeit auf Autobahnen. Da kann man gut beobachten, was so alles vorbeifliegt und dann zu kämpfen anfängt.

  • Bon jourle,


    ich kann die Warnung von wju durchaus bekräftigen. Der Bremsweg eines Gespannes ist wesentlich länger als man es mit PKW allein gewöhnt ist. Ob ein Wohnmobil mit PKW auf dem Anhänger hintendrauf sich da ähnlich verhält, weiß ich nicht, befürchte aber eher noch längere Bremswege.
    Da der Bremsweg bei 110 kmh etwa doppelt so lange sein wird als bei 80 kmh, empfehle ich den allzu forschen Fahrern ebenfalls eine Vollbremsung bei der hohen Geschwindigkeit, hinterher braucht man keine "Ermahnungen" mehr zu lesen. Auf freier Strecke fahre ich mit meinem Gespann in Deutschland und in Frankreich zwischen 90-100 kmh (echt), einmal wegen des sonst noch höheren Verbrauchs und zweitens aus Vorsicht.
    Ein Freund mit BMW 530i und einem kleinen Rapido (Klappdach) fährt in Frankreich 120-130 und wenn er ihn man wieder vergisst, auch schon mal noch schneller.


    Übrigens, wenn der Sturmvogel die höhere Gespanngeschwindigkeit testet, dann nur bei freier Autobahn, er gibt da keinen Freibrief für alle Situationen.
    daf43

  • Mittlerweile, löst sich dieses Thema von ganz alleine, denn in Frankreich sind "nur" noch 110 km/h mit dem Gespann erlaubt in BE 120 km/h ;-).


    Ich glaube, dass jeder mit seinem Fahrzeug PKW, WoMo und WoWA bzw. Hänger mit Smart ;-)) mal bei verschiedenen Geschw. Bremproben machen sollte, aber man sollte genauso mal ein paar Beschleunigunsgversuche machen, damit man im Notfall auch entsprechend reagieren kann...auch das ist aktive Sicherheit. Wenn ich da sehe, wie manche sich so quälen, dann bleiben sie wirklich besser hinter einem LKW, vor allem auf Bundesstraßen!


    Hier für alle, welche genau den aktuellen Stand wissen wollen, empfiehlt sich vor dem Urlaub zu aktualisieren:


    http://www.anhaengerhandel.de/tempoeuropa.html


    Der Navi gab bisher bei ca 108 km/h genaue 100 km/h an (Espace JK 2,2 DcI), bei meinem neuen Zugfahrzeug habe ich die Abweichung noch nicht ermittelt. Soweit zu 110 km/h Tachogeschw. Im übrigen geht danach der Spritverbrauch exponentiell hoch und auch die Belastung des Motors.

  • Zitat

    Original von sturmvogel
    Mittlerweile, löst sich dieses Thema von ganz alleine, denn in Frankreich sind "nur" noch 110 km/h mit dem Gespann erlaubt in BE 120 km/h ;-).


    Hallo Sturmvogel,


    meines Wissens nach gilt Tempo 110 in Frankreich für Gespanne und Wohnmobile über 3,5 to.


    Woher hast du deine Informationen? Der von dir eingestellte Link ist nicht repräsentativ.

    Gruß vom Dieter


    Wenn einem das Wasser bis zum Hals steht,
    darf man den Kopf nicht hängen lassen.
    (Walther Matthau)

  • Zitat

    Original von sturmvogel
    Die meisten - oft in FR - auf den Kopf liegenden WoWA hatten einen motormäßig starken aber sehr leichten Zugwagen (z.B. Golf, Mondeo etc.).


    Hallo Sturmvogel,


    glaubst du etwa im Ernst, daß es am Auto gelegen hat, wenn jemand im Graben liegt?

  • Zitat

    Original von G.F.


    Hallo Sturmvogel,


    glaubst du etwa im Ernst, daß es am Auto gelegen hat, wenn jemand im Graben liegt?


    Was soll der Witz. Nicht umsonst war die alte - aus meiner Sicht wesentlich bessere -100er Regelung auf max. 80% des des Zugfahrzeugs limitiert. In Canada war das schon immer so, dass der hänger max. 80 % des Zugfahrzeugs wiegen darf.


    Ich habe pwersönlich erlebt, wie ein Golf auf eine Tal überspannenden Brücke bei einer Windbö vom Meer mit WoWa umgeweht wurde.
    Es ist die Frage was ist der Schwanz vom Hund , das Zugfahrzeug oder der Hänger :-))))))))))))

  • Bon jourle,
    ich halte die 80:100-Regelung auch für besser und empfehle jedem, diese für sich persönlich einzuhalten, auch wenn 100:100 erlaubt sind. Die Nerven danken es.
    daf43

  • Zitat

    Original von sturmvogel
    [


    Was soll der Witz. Nicht umsonst war die alte - aus meiner Sicht wesentlich bessere -100er Regelung auf max. 80% des des Zugfahrzeugs limitiert. In Canada war das schon immer so, dass der hänger max. 80 % des Zugfahrzeugs wiegen darf.
    [/quote]


    Was für ein Witz?
    Kannst du mal deine Ausführungen erläutern?
    Ein normaler Golf, der 1600kg ziehen darf, hat ein Gesamtgewicht von deutlich über 2000 kg. Das ist weniger als 80%.


    Ansonsten kann es natürlich auch eine Golf erwischen bei einer Winböe, genau so wie alle anderen Fahrzeuge auch. Ich habe bei Narbonne schon einen Sattelschlepper gesehen, den eine Windböe umgeblasen hat.

  • Bon jourle, G.F.


    der Witz ist, bei der 80:100-Regelung ging es um das Zul.Gesamtgewicht des Wohnwagens in Relation zum Leergewicht des Zugfahrzeuges. Übrigens sind diese beiden Werte (ZulGG des WW gegenüber LeerG des Zugwagens), allerdings bei 1:1 , auch für die neue Regelung die relevanten Gewichte.
    daf43

  • Zitat

    Original von daf43
    Bon jourle, G.F.


    der Witz ist, bei der 80:100-Regelung ging es um das Zul.Gesamtgewicht des Wohnwagens in Relation zum Leergewicht des Zugfahrzeuges. Übrigens sind diese beiden Werte (ZulGG des WW gegenüber LeerG des Zugwagens), allerdings bei 1:1 , auch für die neue Regelung die relevanten Gewichte.
    daf43


    Hallo daf43,


    das ist doch wohl eine rein theoretische Überlegung, die mit der Praxis nichts zu tun hat.
    Ich halte es eher für einen Witz zu glauben, daß jemand mit voll beladenem Wohnwagen und vollständig leerem Zugfahrzeug in Urlaub fährt.
    Das Gespann gesteuert, in dem der Fahrer im Wohnwagen sitzend das leere Auto mit der Fernbedienung lenkt. Selbst einem Golf- oder Mondeo-Fahrer kann man das kaum unterstellen.

  • @ käptnblaubär


    Es geht hierbei nicht um datenmäßige Reserven, sondern um konstruktive. Über Reifendaten muss man nicht diskutieren. Die lassen sich einfach ablesen - wobei allerdings häufig übersehen wird, dass die angegebene Tragfähigkeit nur bei dem ebenfalls auf dem Reifen angegebenen Reifendruck gilt. Die Betriebsanleitungen der Fahrzeughersteller geben meistens einenen niedrigeren Reifendruck vor den ihr Möbelbau noch halbwegs verkraftet. 'Konstruktive' Reserve bedeutet, dass Transporterreifen schon von Hause aus den rauheren gewerblichen Betrieb berücksichtigen, der eben auch Baustellenbetrieb und Paketdienst-Alonso's kennt.

  • Man sollte doch einfach einmal sehen, dass Vorschriften nur Grenzwerte darstellen, die - je nachdem - nicht über- oder unterschritten werden dürfen. Das hindert doch niemand daran, sich sein Gespann vernünftig zusammenzustellen, es zweckmäßig zu beladen und damit vernünftige Geschwindigkeiten zu fahren. Was vernünftig ist hängt von vielen, vielen technischen, persönlichen und fahrbahnbezogenen Gegebenheiten ab, die zu sehr unterschiedlichen aber ebenso praktikablen Lösungen und Fahrgeschwindigkeiten führen können.
    So ist es für mich durchaus vernünftig, mit fast leerem Zugwagen meinen Anhänger zu ziehen, weil ich z.B. nicht einmal die halbe zulässige Anhängelst meines Zugpferdes nutze. Umgekehrt mag es der Gesetzgeber erlauben an einen Kleinwagen (Golf) 1600kg anzuhängen. Derjenige der nur selten im Gespann und dann nicht weit und nur geradeaus auf der Autobahn mit 80km/h fährt mag das individuell ebenfalls als vernünftig einstufen.
    Soweit einmal gesetzliche Vorgaben und im Einzelfall vernünftige und gängige Praxis.
    Was Autobahngeschwindigkeiten betrifft, stelle ich den Tempomat auf eine für mein Gespann angenehme und sichere Geschwindigkeit ein, die zusätzlich im Rahmen der Vorschriften erlaubt ist. Wer mich dann überholt und wen ich überhole, ist mir doch völlig wurscht. Dazu sei gesagt, dass ich Autobahnen tunlichst vermeide. So sehe ich etwas von dem Land durch das ich fahre und vermeide den ganzen Autobahnstress.
    Ansonsten habe ich es mir schon lange abgewöhnt mich über das Verhalten Anderer zu ärgern oder auch nur zu wundern. Das hält mich alles davon ab, dass ich doch eigentlich nur genussvoll reisen will.

  • Ach G.F.,
    das hat doch niemand behauptet!!!! es handelt sich hier um ein Rechenmodell, was früher (80:100) und heute (100:100) als Basis für die 100kmh-Erlaubnis gefordert ist.
    daf43

  • Bon jourle Alabama,


    da habe ich aber besonders in Frankreich-Spanien-Italien andere Erfahrung gemacht!! Dort nehme ich bewusst die Autobahn, weil gerade auf der Autobahn das ferne Ziel stressfrei erreicht wird, während die "Ausweichstrecken" durch LKWs und andere PKWs dicht befahren sind und die vielen Ampeln in den Städten und die Kreisverkehre nerven.
    Es mag ja sein, dass sich deine Strecken von meinen Zielen unterscheiden, so dass es durchaus zwei Erfahrungswerte gibt, wo man stressfreier fahren kann.
    daf43

  • @ daf43


    sicher gibt es unterschiedliche Erfahrungen. Aber auch unterschiedliche Reiseformen. So habe ich z.B. nie Gewalttouren untenommen. Mein Maß sind 300 bis 400km pro Tag - oftmals weniger, wenn wir unterwegs etwas Schönes entdecken. So wird für uns bereits die An- und später auch die Rückreise zum Teil des Urlaubs. Das haben wir schon mit den Kindern so gemacht. Drei Tage bis zur Atlantikküste waren immer eingeplant. Wir hätten Vieles nie entdeckt, wenn wir Autobahn gefahren wären. Ich sehe die Autobahnen oft auf meinen Reisen und dort sehe ich dann auch die Staus. Wir haben in 35 Jahren Frankreich noch nie im Stau gestanden. Autobahn bedeutet Stress, nichts sehen, Kriminalität, Lärm, Verschleiß, hoher Verbrauch, Staus - alles Dinge, die meinen Reisegenuss erheblich schmälern. Autobahn ist was für LKW, Busse und Vertreter - nichts dagegen für Genießer.
    Du hast insoweit recht, als die RN's, die parallel zu den Autobahnen verlaufen oft auch stark belastet sind. Deshalb fahren wir, wenn immer möglich die D's und da wirds dann ländlich und romantisch. Dort fährt man große Distanzen durch tunnelartige Alleen, durch die schönsten Landschaften und die idyllischsten Dörfchen und Städtchen. Immer wieder reizt ein Straßencafé zu Anhalten oder ein farbenfroher Marktplatz zum Kontakt mit Einheimischen und ihrem Warenangebot. Ich bin froh um jeden, der auf der Autobahn weit weg daran vorbeirauscht und diese Beschaulichkeit nicht stört. Und so sind mir persönlich die Geschwindigkeitsbegrenzungen für Gespanne und sonstewas ziemlich schnuppe.

  • Vielen Dank für den Link, ich habe allerdings die Schweiz betreffend zwei Fehler gefunden.


    Die Beschränkung für Womo auf 80 gilt nur, wenn sie über 3.5 t schwer sind, weil sie dann als LKW taxiert werden, unter 3.5 t gelten sie uneingeschränkt als PW und da gilt 50 / 80 / 120 (Schnellstrassen kennen wir nicht und das 3.5 t Womo, das überladen ist, möchte ich auch nicht kommentieren :D).


    Auch beim Gespann stimmt es nicht, dass ausserorts 'nur' 60 erlaubt sind, das war bis vor ca. 10 Jahren so, aber seit längerer Zeit gilt ganz normal 80 für alle Fahrzeugarten, die nicht anderweitig einer Beschränkung unterliegen (z.B. landw. Traktor o.ä.)


    Mir scheint, dass Teile dieser Zusammenstellung mit Vorsicht zu geniessen sind, die Tabelle im ADAC Führer ist offenbar verlässlicher. Vielleicht könnte diese hier eingestellt werden, ich habe aber z.Z. kein aktuelles Exemplar zur Hand.

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