Aufenthaltsrecht in Frankreich (viel Text)

  • Französische Camper haben mir das französische Recht auf freien Aufenthalt einmal erklärt. Seit der französischen Revulution gibt es ein Gesetz, dass jedem Franzosen das Recht gewährt sich dort aufzuhalten (und zu leben) wo es ihm beliebt. Das wissen alle Sintis und Romas Frankreichs auch. Sie fahren in einen Ort und bleiben, ob es dem Ort passt oder nicht. Der Gesetzgeber gibt ihnen mit dem Grundrecht recht. Jetzt gibt es für französische Komunnen die Möglichkeit, einen speziellen Platz für Durchreisende zu reservieren, um es etwas zu lenken. Das sind entweder spezielle von der Gemeinde hergerichtete "Zigeunerplätze" oder die Gemeinde sagt, wenn wir schon einen Platz richten, dann soll er in der restlichen Zeit nicht leerstehen.Das ist ein Grund warum es in Frankreich soviel Municipal Campingplätze gibt. (Der zweite ist ein Wettbewerb, wie der mit den Blumen am Ortseingang) Sie machen aus ökonomischen Gründen einen gemeindeeigenen Campingplatz. Wenn große Reisegruppen Zigeuner dort hin wollen, muß man sie lassen, wegen dem Gesetz. Beim Platzwart sich beschweren hat keine Sinn, der kann und darf nicht anders. Die Gemeinden, die die Schilder aufgestellt haben "Camping interdit" mit dem Zusatz, dass die Gemeinde das Campen regelt, haben einen reinen Platz für fahrendes Volk. Das sind in der Regel reiche Gemeinden, die sich das Freikaufen vom uneingeschränkten Bleiberecht teuer erkaufen müssen vom Staat. Deswegen findet man das Schild nur in reichen Touristenorten, die ihre Zigeuner irgendwo "auslagern". Das Schild hat für uns, zeitweise "fahrendes Volk" ,keine Bedeutung und ist für uns auch nicht gedacht. Jeder Franzose mit Wohnmobil stellt sich dahin, wo keine Straßenverkehrsregelung ihn dran hindert, wegen dem Grundrecht.
    Christel

  • Die Praxis sieht aber leider anders aus - oft hast Du gerade am schönen warmen Meer Parkverbote an allen nur erdenklichen Stellen - mit wenigen Parkplätzen die aber freundlicherweise für die PKW-Fahrer freigehalten werden /mittels Höhenbarriere i.H. 1,90 oder 2 Meter.


    Ganz schlimm soll es in etwa ab östlich von Marseille sein.

  • Eine weitere Abwehrmaßnahme gegen Zigeuner, aber auch gegen Marktbeschicker, die ja auch oft die ganze Woche per Caravan von Markt zu Markt unterwegs sind, sind öfters mal anzutreffende Verbote für Caravans über 5m Aufbaulange oder für Tandemachser auf städtischen Campingplätzen. Private Plätze bestimmen selbst, wen sie hereinlassen und wen nicht. In solchen Fällen sind dann ungewollt auch Touristen mitbetroffen. Ich erlebe das fast jedes Jahr in unserer Partnerstadt Auxerre. Dort gilt auf dem wunderschönen Campingplatz ein 5m-Limit. Nur als Bürger einer Partnerstadt und nach Anruf beim Bürgermeister, komme ich trotzdem auf den Platz. Kein 'offizieller' Franzose würde zugeben, dass es sich hier um eine Maßnahme gegen fahrendes Volk handelt. Man windet sich da wie ein Aal und schiebt alle möglichen anderen Gründe vor. Trotzdem ist es gut so, wie es ist, so bleiben die die wirklich sehr guten Campingplätze der Franzosen weitestgehend den Touristen vorbehalten.


    Die Parkverbote für Wohnmobile und die 'Fußballtore' waren notwendig geworden, weil der Wohnmobiltourismus sich so stark entwicklet hatte, dass z.B. jeder nur irgendwie erreichbare Strand zugestellt war. Nächtlicher Lärm, Berge von Müll und in die Landschaft entsorgte Fäkalien sowie auch etliche Brände führten zu den bekannten Maßnahmen. Durch das riesige Angebot an Campingplätzen erleiden die Wohnmobilisten dadurch letztlich keinen Schaden. Diese Reaktionen haben die betreffenden Wohnmobilisten damit selbst provoziert. Da wir seit Jahrzehnten jedes Jahr in Frankreich sind, konnten wir diese Entwicklung gut beobachten.

  • Na, denn fahr Du mal auf Deine Campingplätze. Ich habe dieses Jahr in England wieder mal gesehen wie toll diese oft sind: Megaüberfüllt wie die Heringe in der Filetdose, so daß die Markise oft nur wenige cm vom Nachbarcaravan entfernt war. Sorry, da habe ich eine Abneigung; keine Ruhe, keine Chance für die Kids sich auszutoben in WoMo-Nähe ...


    Auf den weniger gut gebauten (Marke Bauern´s Wiese mit Dixiehäuschen) sah es logo nicht so krass aus, aber wozu soll ich mich da hinstellen wo es nichts weiter außer dem gibt was ich ohnehin im Mobil eingebaut habe?


    Wir Camper lassen auch ohne CP genug Geld im Urlaubslande, wo es nicht gewünscht wird fahren wir eben nur schnell durch.


    Als Sardine in der Büchse - nein danke, dem steht mein Freiheitsdrang im Wege. Ich verlasse den Platz mindestens so wie ich ihn vorfinde, oft nimmt man aber die eine oder andere Plasteverpackung erst mal auf um im Sauberen zu stehen. Gerade von Franzosen in ihrem eigenen Frankreich habe ich oft anderes erlebt. Auch Engländer outen sich (-aber nur im Ausland!!!-) oft als Schweineigel.

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