Sinti und Roma auf CP ?

  • Hier hat ein CP Besitzer bestimmen wollen, wer auf seinem SP/CP stehen darf und wer nicht:

    https://www.spiegel.de/panoram…chuldigung-a-1276845.html

    Dadurch hat er sich einen Riesenshitstorm in den deutschen Socialmediaplattformen eingehandelt.

    Wer wie wir zweimal solche Gäste und ähnliche (britische und irländische Tinker)auf dem CP erlebt hat, kann den CP Besitzer gut verstehen.

    In Frankreich dürfen solche Bevölkerungsgruppen nicht auf CP/SP.

    Für sie sieht ein Gesetz extra SP/CP vor, Gemeinden ab einer bestimmten Größemüssen ihnen nur für sie bestimmte Plätze zuweisen.

    Die Franzosen wissen warum.

    https://www.google.com/search?…efox-b-d&q=irische+Tinker

  • Quote

    "Angehörige der Minderheit werden oft nicht auf Campingplätze gelassen", sagt er. Dabei wollten sie nur "Urlaub machen wie jeder andere auch".

    niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten...


    Wer die Mehrheit dieser Minderheit mal auf einem CP/SP erlebt hat, versteht die Intentionen des Platzbetreibers absolut.


    Ich habe schon auf einem Autobahnparkplatz einen Polizeieinsatz für erlebt, wo "osteuropäischen Mitbürgern" (18 Personen in 2 Transit, Ungeborene nicht mitgezählt) erklärte werden musste, dass Camping dort nicht erlaubt ist.


    "Nach Belehrung fuhren sie weiter auf einen genehmigen Platz" war die offizielle Formulierung zum Einsatz, in der Realität fuhr man einen Polizeibericht weiter und baute dort (wiederum auf einem Autobahnparkplatz) seine Zelte inclusive Gaskocher darin auf...


    Und im letzten Jahr verstand ein hessischer CP-Betreiber seinen Kollegen nicht, der irische Wanderarbeiter mit der Polizei von seinem Platz entfernen liess, und lud ebenjene auf seinen Platz ein.


    Nach nicht mal zwei Wochen gab es ein Dejavue und den naechsten Polizeieinsatz, diesmal beim "neuen" CP. Der Platzbetreiber wollte sie nun doch "vom Hof haben", wahrscheinlich wegen des guten Benehmens, der vorbildlichen Ruhe und korrekten Muellentsorgung.


    Der Bundestagsabgeordnete darf gerne einen eigenen Platz eroeffnen, und dort die "Urlauber" beherbergen.

    Mein Wunschmobil: von aussen Smart, von innen Sattelschlepper!
    dazu passt mein Motto auch gut: "Einen Tod muss man ja sterben..."

  • naja, ob Christ oder nicht, hat mMn so gar nichts mit dem Verhalten zu tun, im Namen deren Gottes wurden auch genug Graeueltaten veruebt...


    Ich freue mich Ironie frei für Dich, wenn Du mit diesen Sinti/Roma angenehme Nachbarn hattest. Du sagtest ja selber, dass das vielleicht die Ausnahme war. Die Mehrheit der Erfahrungen, die ich bisher hoerte und auch selbst schon erlebte, sind leider anders.


    Wenn ich sage "die Mehrheit der Urlauber am Ballermann ist besoffen", ob das eine Pauschalierung sein, es ist aber zugleich eine wahre Aussage.

    Mein Wunschmobil: von aussen Smart, von innen Sattelschlepper!
    dazu passt mein Motto auch gut: "Einen Tod muss man ja sterben..."

  • Wer wie wir zweimal solche Gäste und ähnliche (britische und irländische Tinker)auf dem CP erlebt hat, kann den CP Besitzer gut verstehen.

    I

    Ich hatte auf einem CP in Rumänien das "Vergnügen", eine ganze Sippe irischer Gypsies, wie sie sich selbst nannten, als Nachbarn zu haben. PS-starke Autos und riesige Tabbert-Wohnwagen verstellten fast den ganzen Platz. Die Männer waren tagsüber weg, aber die Frauen und Kinder brüllten an einem Stück, ließen lautstarke Musik laufen und hupten mit ihren Autos sinnlos in der Gegend rum.


    Mitten in ihrer Wagenburg standen zwei Waschmaschinen, die ständig in Betrieb waren und die Lauge auf die schlammige Wiese entließen.


    Als mir das alles zuviel wurde, habe ich ein paar Frauen zur Rede gestellt. Das hat tatsächlich was gebracht, und auch am Abend, als die Männer heim kamen, gabs keinen Ärger mehr.

  • Wie ist es eigentlich mit dem umgekehrten Fall.

    Darf ist auf einem Platz nächtigen, der eigentlich für Fahrende vorgesehen ist?

    Natürlich nur sofern es Platz hat, bzw. gar kein Fahrender dort ist.

  • Ich weiss, wie sich das anfühlt, wenn man auf einem CP abgewiesen wird, und dann auch noch vor großem Publikum.


    Als Motorradfahrer war ich in A nicht gern gesehen. Auch nicht, als ich alleine unterwegs war und versichert habe, dass ich weder Heavy Metal hören noch mich besaufen wollte. Keine Chance, die Schranke blieb zu.

  • Wie ist es eigentlich mit dem umgekehrten Fall.

    Darf ist auf einem Platz nächtigen, der eigentlich für Fahrende vorgesehen ist?

    Natürlich nur sofern es Platz hat, bzw. gar kein Fahrender dort ist.

    Gibt es solche Plätze überhaupt?

    Ich weiss nur, dass die Familien gerne auf Parkplätzen von Hallenbädern o.ä. parken, und das manchmal monatelang.

  • Hallo,


    Auch wir wurden einmal bei den Briten abgewiesen, weil wir mit dem WoMo unterwegs waren. Die wollten nur Gespanne und Zelte.

    Am selben Tag wurden wir abgewiesen, weil wir nicht eine Woche bleiben wollten...


    Wir sind halt weitergefahren, obwohl ich krank war und mich eigentlich hinlegen wollte. Auf einem netten, kleinen Platz fanden wir dann Unterschlupf.


    In Italien waren wir einmal für eine Nacht Nachbarn von zwei Roma-Familien, die aber sehr nett und zivilisiert waren.


    In Deutschland sind wir einmal nicht in Thierstein geblieben, weil sich eine Sippe auf der Wiese breit gemacht hatte, alle Steckdosen waren in Beschlag genommen, Stricke kreuz und quer gespannt, Kinder tobten. Da fühlten wir uns dann in Selb wohler.



    Beste Grüße,

    Uli

  • Wir standen mal auf einem Stellplatz mit ca. 6-8 anderen Wohnmobilen in einer mittelgroßen Stadt in Deutschland.

    Der Platz war abgezäunt und verschlossen in einem ehemaligen Bundesgartenschaugelände am Tierpark.

    An einem Nachmittag kamen zwei südländisch aussehende Männer und fragten uns ob wir uns hier sicher fühlen. Wir bejahten das absolut.

    Am Abend kamen wir wieder zurück und alle (Deutschen) waren weg, dafür 10-12 Wohnwagen von Landfahrern aus dem Elsass. Wir mittendrin. Nachdem es schon etwas später war, wir den ersten Fluchtreflex überwunden hatten, haben wir uns dann doch entschlossen (zumindest mal eine Nacht) dazubleiben. Überraschend war dann, dass uns unser Nachbar gefragt hat, ob er zu dicht bei uns dran steht. Ich sagte nein. In der Tat stand er schon etwas dicht, aber wir wollten ja wahrscheinlich am nächsten Tag ohnehin weg. Ich glaube er war selber überrascht, dass wir blieben, kam dann noch einmal wieder, meinte sein Bruder habe ihm gesagt, dass er doch zu dicht bei uns stünde und stellte sich weiter weg.

    Wir kamen nach anfänglicher Scheu immer intensiver mit Ihnen ins Gespräch und erfuhren viel über Sinti und Roma und die Unterschiede und ihre Sorgen und Probleme, ihre Angst vor Angriffen auf sie speziell ihre Kinder, die immer wieder vorkommen, dass die Kinder am Tag immer 4 Stunden Unterricht beim „Professor“ haben, davon 2 Stunden in ihrer eigenen und 2 Stunden in der Sprache des jeweiligen Landes in dem sie gerade sind, so dass es uns dann nicht verwunderte, dass sie sich z.T. In 5-6 Sprachen verständigen können, dass sie ihre Eltern und Großeltern immer mit dabei haben bis sie (selbstverständlich im Wohnwagen) im Kreis der Familie sterben, wie sie ihr Geld verdienen und vermehren, warum sie herumfahren (müssen), dass sie aus vielen Ländern, auch skandinavischen kommen usw. usf. .


    FAZIT:

    Positiv:

    Wir standen mit ihnen fast eine Woche auf dem Stellplatz.

    Es war eine der lehrreichsten und interessantesten Zeiten für uns.

    Wir haben uns selten so sicher gefühlt - auch wenn wir manchmal den ganzen Tag weg waren hatten wir nie Angst um unseren Kram oder das Wohnmobil gehabt. Es war ja immer jemand da und wir gehörten irgendwie mit dazu.

    Zum Abschied haben sie uns gesagt, dass es auch für sie eine neue Erfahrung war, gemeinsam mit Deutschen zu stehen und sie irgendwie sehr stolz darauf sind, dass wir sie akzeptiert haben und nicht gleich weggefahren sind.

    Die Parkverwaltung kam jeden Tag vorbei, hat sich bei uns entschuldigt und uns gesagt, dass sie verpflichtet sind, den Landfahrern für eine Woche die Genehmigung zu erteilen. Sie haben auch gefragt, ob es Probleme gibt und sich gewundert, dass wir meinten dass alles ok sei. Sie sagten, dass sie auch bedenken vor Angriffen von örtlichen Radikalen haben wenn sie herausbekommen, dass hier Landfahrer sind. Da hatten wir dann auch etwas Angst - kurioserweise vor unseren eigenen Landsleuten.


    Negativ:

    Der Tagesablauf ist etwas nach hinten verschoben. Sie stehen so gegen 9-10 auf und gehen so gegen 24:00 Uhr ins Bett - auch die Kinder. Das hat man z.T. auf italienischen Campingplätzen auch. Wozu gibt es Ohrstöpsel.

    Abends sah der Platz aus wie ein Schlachtfeld. Aber früh gingen zuerst die ältesten Leute herum und haben alles - aber auch wirklich alles eingesammelt, so dass es wieder ok war.


    Also es ist wie immer. Man muss eben differenzieren Sinti sind nicht gleich Roma und Landfahrer nicht gleich Zigeuner.

    Unsere Erfahrungen erheben natürlich genauso wenig Anspruch auf Verallgemeinerung aber interessant war es allemal.

  • Schön das jemand mal über positive Erfahrungen berichtet.

    Wir waren dieser Volksgruppe auch eher positiv aufgeschlossen, bis bei uns im Haus eine solche Familie einzog. Danach hatte sich unsere Meinung um 180Grad gedreht.

    Und dies nicht, weil wir Vorurteile hatten, sondern durch Erlebnisse aus erster Hand. Nach 6 Monaten war der Spuk vorbei, wirkt aber noch bis heute nach.

    Deswegen freut es mich, das es wohl auch anders gehen kann.

  • Also es ist wie immer. Man muss eben differenzieren Sinti sind nicht gleich Roma und Landfahrer nicht gleich Zigeuner.

    Unsere Erfahrungen erheben natürlich genauso wenig Anspruch auf Verallgemeinerung aber interessant war es allemal.

    Hallo Ursinus (ist das Dein Name?),

    ein schöner, positiver Bericht, der zum Nachdenken anregt und Hoffnung macht!

    Danke!

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