VW Bus T3 * Warum er Kult ist.

  • Ich fange mal mit einem Foto an:camperboard.de/Forum/index.php?attachment/6811/


    Hallo alle.


    Nachdem in diesem Forum an verschiedenen Stellen immer wieder Meinungen und allerlei Kommentare zum T3 auftauchen, oft recht abwertende Beiträge, mache ich mal einen eigenen T3hread auf. In den einzelnen Reiseberichten oder anderen Beiträgen ist die Diskussion über T3 sicher fehl am Platz.



    Zunächst, niemand muß den T3 mögen. Und es muß auch niemand verstehen, warum der T3 so beliebt ist. Aber es wäre schön, wenn unsachliche Kommentare oder solche die nur wiedergeben, was man mal gehört oder gelesen hat, unterbleiben könnten. Genauso sind persönliche Aversionen unnötig. Sachliche und fundierte Kritik ist natürlich zulässig.



    Im Einzelnen.


    Der Motor sei zu schwach. Den T3, oder wie ihn VW nennt, Typ 2 / Transporter 3, der Baureihe 80-90/92 gibt es von 50 bis 112 PS. Stimmt, da sind Motoren bei, mit denen das Auto untermotorisiert ist. Die 2.1-Liter-Boxermotoren dagegen verleihen dem Auto gute Fahrleistungen mit denen das Auto auch heute noch mithalten kann im Verkehr. Eine Reisegeschwindigkeit von 130 km/h geht problemlos. Die Bremer Transporter aus derselben Zeit dagegen waren eher untermotorisiert. Und die Boxermotoren gab es mit geregeltem Kat, mit denen ist eine städtische Umweltzone auch heute noch kein Problem.



    Über die bei VW nachrüstbaren Sechszylindermotoren der Firma Oettinger mit bis zu 180 PS will ich hier nicht sprechen, die waren natürlich die Ausnahme.



    Der T3 wäre eng. Stimmt, gemessen an einem SiebenMeterSprinter ist der eng. Aber der T3 ist der Transporter unter 5 Metern Länge mit dem größten nutzbaren Volumen. Zum Vergleich, ein T5 ist 4,89m lang, Laderaumvolumen 5,2m³. Der T3 bringt es nach Anzug des Motorraums bei einer Gesamtlänge von 4,57m auf ein Laderaumvolumen von 5,5m³. Beim T3 kann ich vor dem ausgeklappten Bett stehen, sitzen, laufen. Beim T5 finden fast nicht die Füße Platz. Und Motor im Heck, das mag Handwerker stören, bei einem Camper ist das kein Problem.



    Klar, ein L2-Sprinter hat mehr Platz, aber der ist eine andere Kategorie.



    Der T3 sei unzuverlässig, gar unzuverlässiger als ein Japaner. Wo gibt es dafür Belege? Ich mußte in 30 Jahren T3 einmal vom ADAC abgeschleppt werden. Ich wüßte nicht, welches Bauteil unzuverlässig sein soll, nicht einmal beim Einspritzer.



    Ein Japaner hätte damals schon alles besser gekonnt. Die Meinung verliert man spätestens, wenn man Crashtest von Japanern jener Zeit mit dem T3 vergleicht. Beim Japaner dünnes Blech ohne Knautschzone, beim T3 Verstärkungen und Prallelemente. Und die sonstige Technik? Starrachse beim Japaner, Schräglenkerachse beim T3 mit besten PKW-Eigenschaften. Und dann, Motor vorn beim Japaner, laut und mit schlechter Gewichtsverteilung.




    Wenn man sich dem T3 vorurteilsfrei nähert, erkennt man schnell, warum das Teil so beliebt, so gesucht und somit auch so teuer ist. Es gibt kein Basisfahrzeug das bis 5m Länge derart viel Platz bietet und somit für einen kompakten Camper geeignet ist. Dabei fährt sich der T3 wie ein Pkw, er ist übersichtlich, leicht zu reparieren. Und die Allradversionen haben sehr gute Geländeeigenschaften, schon in der Grundversion, erst recht mit Differentialsperren vorn und hinten. Das Ganze ohne Problem mit der 3,5 Tonnengrenze an die ich beim Sprinter stoße.



    Und ja, inzwischen ist der T3 kultig, auch wenn mich persönlich es stört, wenn man laufend angequatscht wird.



    Fazit, der T3 ist natürlich kein Camper. Man muß auf bestimmte Dinge verzichten, ein Bad läßt sich hier kaum verwirklichen. Aber er hat viele Qualitäten, die der Blick aus dem Wohnmobil nicht erkennt. Nicht für jeden ist es anstrebenswert, sich mit 7m Länge und 3m Höhe zu befassen. Es gibt viele Entwürfe, alle sind berechtigt und gut. Etwas mehr Offenheit wenn es um Lösungen neben einem vollwertigen Wohnmobil geht wäre nett.



    Grüße


    Ralf

  • Immerhin sieht man heute noch ein paar alte Bullis auf der Straße und nicht nur bei Bullitreffen.

    "Reiskocher" in dieser Altersklasse sieht man nicht mehr.

  • Übrigens, der neue T7 Multivan ist nur 190cm hoch !

    Damit wird er endlich parkhaustauglich, und er würde sogar in meine Garage passen :)

  • Das stimmt. Die Stückzahlen waren halt vernachlässigbar im Vergleich zum T3. Und die welche es noch gibt und in gutem Zustand sind, kosten mittlerweile ähnlich viel wie ein T3.


    Was den Vergleich T3/Japaner angeht bin ich immer noch nicht ganz bei dir Ralf ;) Ich bin zwei T3 gefahren, einmal einen BW-T3 mt dem 1,7L-Saugdiesel (glaube ich) und einen 1,9L Benziner, Syncro mit zwei Sperren. Und später dann eben Hiace mit 2.2L Benziner, mit Allrad und Untersetzung. Hätte ich die Wahl, würde ich persönlich immer zum Hiace greifen.


    Ich bin allerdings, wie du scheinbar auch, nicht ganz objektiv. Wenn man Fan von was auch immer ist, dann ist es mit der Objektivität ja immer so eine Sache :)


    Aber, wie schon drüben geschrieben, alle waren sie tolle Autos, mit unübertroffenem Nutzwert, die es so heute nicht mehr gibt. Deswegen würde ich nicht von besser oder schlechter reden wollen.


    Gruss

    Johannes

  • Der Motor sei zu schwach. Den T3, oder wie ihn VW nennt, Typ 2 / Transporter 3, der Baureihe 80-90/92 gibt es von 50 bis 112 PS.

    Wir hatten den T3 Microbus im südlichen Afrika - er hatte den 5-Zyl. 2.3L Audi-Motor (AFU) mit 90kW (123PS) und 4-Gang-Getriebe. Er fuhr sich auch im einfacheren Gelände ganz gut - leider gab's den nicht als Synchro. Die tausende Kilometer fuhr er jedenfalls ohne Panne...


    camperboard.de/Forum/index.php?attachment/6812/

  • Das stimmt........Und später dann eben Hiace mit 2.2L Benziner, mit Allrad und Untersetzung. Hätte ich die Wahl, würde ich persönlich immer zum Hiace greifen.


    Ich bin allerdings, wie du scheinbar auch, nicht ganz objektiv.

    Johannes

    Das mit der eingeschränkten Objektivität mag schon sein. Wobei ich durchaus die Mängel des T3 erkenne, Rost zum Beispiel oder die Verbautheit beim Syncro mit 2.1i. Ich mußte kürzlich einen Anlasser wechseln, man kommt nicht hin.


    Und mit zunehmendem Alter wird es auch schwieriger, die Dinger zu erhalten, Werkstatt KnowHow fehlt, Ersatzteile sind schwerer zu finden. Und eigentlich bräuchten alle T3 inzwischen einen Komplettrestaurierung.


    Ich sehe aber auch die Vorteile von T4 und T5. Zum Beispiel sind deren Dieselmotoren um Welten besser, auch wenn man unseren T5 California 4Motion mit einem Verbrauch von 11l/100km auch nicht gerade als sparsam bezeichnen kann.


    Für Handwerker ist der T4/5 sicher das geeignetere Auto. Mir ist der kurze T5 Califonia Camper zu eng.


    Hiace oder andere Japaner bin ich noch nie gefahren, kann ich somit also auch nicht beurteilen. Nachdem T3 Syncro auch vor 30 Jahren schon recht teuer waren, habe ich mich theoretisch mit denen als Alternative beschäftigt. Mit Motor zwischen den Sitzen konnte ich mich aber nicht anfreunden.


    Inzwischen nutze ich die T3 hauptsächlich als Schönwetterautos, für Urlaubsreisen haben wir den Sprinter. Wenn ich mich entscheiden müßte, würde ich den 16er Camper behalten.


    Grüße

    Ralf

  • wenn man unseren T5 California 4Motion mit einem Verbrauch von 11l/100km auch nicht gerade als sparsam bezeichnen kann.

    Hast Du Probleme mit dem Bleifuß?

    Oder fährst Du nur absolute Kurzstrecken? Wofür der Cali ja eigentlich nicht gedacht ist.


    Bekanntlich habe ich auch den T5 4motion, 2,5l Hubraum, 5 Zylinder, 131PS. Auf langen Strecken drücke ich den Verbrauch locker unter 7 l Diesel, wenn der Tempomat in Reih und Glied mit den Trucks bei 95 kmh steht.


    Wenn der unter diesen Umständen 11l saufen würde, würde ich mal ein ernstes Wort mit dem VW - Freundlichen sprechen.

  • H............Bekanntlich habe ich auch den T5 4motion, 2,5l Hubraum, 5 Zylinder, 131PS. .

    Genau der.

    Offensichtlich habe ich aber einen anderen Fahrstil als du.

    Die Eckwerte liegen zwischen 8,5 und 10,1 Litern/100km


    Der T3 WBX nimmt 11-14 Liter. Hat mich nie gestört.

  • Der T3 WBX nimmt 11-14 Liter. Hat mich nie gestört.

    Damals, als der T3 entwickelt wurde, hat der Sprit ja auch weniger als 1 DM gekostet :)

    Da mussten sich die Ingenieure trotz Ölkrisen noch keine Gedanken über den Verbrauch machen.

  • Damals, als der T3 entwickelt wurde, hat der Sprit ja auch weniger als 1 DM gekostet :)

    Da mussten sich die Ingenieure trotz Ölkrisen noch keine Gedanken über den Verbrauch machen.

    Nun ja, mein erster Käfer nahm 13 Liter, bei 50 Pfenning für den Liter kam ich mit meinem Taschengeld von 5 Mark genau 77km weit. Selbst mit den sparsamsten Autos heute reichen 5 Mark maximal 30 km weit.


    Beim T3 WBX nur 11km. Aber durchgängig mit Spaß.

  • Ich hoffe Werner liest hier nicht mit..... :applaus: ... nicht´s für ungut Werner.... ;)

    Ich fürchte fast, er bereitet eine Großoffensive vor, Thema: DDR-Mark im Vergleich zur D-Mark / Kaufkraft und Wertverlust im Spiegel der Jahrzehnte.


    Und wenn das abgearbeitet ist, kommen Reichs- und Rentenmark dran.

  • Macht euch nur alle lustig über Euro / DM etc.


    Schaut lieber mal auf euer Nettoeinkommen, nur dazu schweigt hier jeder.

    Ich frage mich eigentlich warum.

    Ist das heute wirklich 5 oder 10 mal so hoch wie in den DM Zeiten ?


    Ich kenne viele die auch heute nur 1200.- € netto bekommen - warum ist das eigentlich so,

    wo doch laut Statistik jede Familie in Deutschland so um 4.600.- Euro im Monat Einkommen hat.


    Das was Hargesheimer da gerechnet hat stimmt übrigens ganz genau.


    Es wird oft vergessen das zu unseren derzeitgen Einkommen sehr viele Ausgaben hinzugekommen sind

    die es vor 30 oder 40 Jahren gar nicht gab.

    Zur Werkstattstunde mit 130.- Euro schweigt hier auch jeder - warum.

    Ist die auch nur um 25 % angestiegen ?

    Umgerechnet heute 260.-- DM und die war doch mal bei 20.- oder 25.- DM d.h. mal 10.


    Oder ist es so das hier nur Großverdiener schreiben die der Meinung sind heute ist alles viel

    preiswerter wie vor den Euro Zeiten.

    Wer natürlich heute 3.000.- € Netto - NICHT BRUTTO - Einkommen hat, der hat eine ganz andere Sichtweise.


    Es geht auch nicht darum ob man sich ein 100.000.- Reisemobil leisten kann oder nicht, es geht darum

    das man das nicht einfach immer alles als ganz normal hinnimmt.

  • Macht euch nur alle lustig über Euro / DM etc.


    Schaut lieber mal auf euer Nettoeinkommen, nur dazu schweigt hier jeder.

    Ich frage mich eigentlich warum.

    Weil das Finanzamt mitliest, das deutsche natürlich nicht, denn da arbeitet man noch mit Fax, Lochkarten und Floppy Disc ;)


    Aber Putin und Biden kennen Dich besser als Du selbst .

  • Oder ist es so das hier nur Großverdiener schreiben die der Meinung sind heute ist alles viel

    preiswerter wie vor den Euro Zeiten.

    Also zumindest für mich trifft das zu....am Wochenende gehe ich immer das Geld im Geldspeicher von links nach rechts umschichten.... :00008359:


    Nein Werner, sicher hast du mit vielem Recht. Es sind in den letzten 40 Jahren auch laufende Kosten dazu gekommen, die man früher nicht kannte. Richtig ist auch, dass mein Vater in den 60er Jahren die Familie noch als Alleinverdiener ernähren konnte, heute eigentlich ein gewisser Lebensstandard nur mit 2 Gehältern gehalten werden kann...


    Aber genau da liegt doch der Hase im Pfeffer. Dieser Lebensstandard hat sich doch massiv noch oben verschoben. Wir sind damals noch mit Hauszelt einmal im Jahr in Urlaub gefahren. Da wurde nur gekocht und die Lebensmittel von zu Hause mitgebracht...ein Wowa wäre undenkbar gewesen. Jetzt sieh dir mal an welche junge Familie heute noch mit Zelt unterwegs ist...da wird doch sofort ein Womo gekauft.


    Und wenn Leute heute über 100.000 Euro für ein Womo ausgeben, dann deshalb weil sie es können. Wenn du dann deine beliebte DM Umrechnung machst und schreibst, wer hätte damals 200.000 DM für ein Womo ausgegeben, dann muss ich sagen, die gleichen Leute wie heute, wenn ihnen die gleichen Mittel zur Verfügung gestanden hätten.


    Allein daraus kann man doch ableiten, dass es den meisten heute nicht schlechter geht wie damals. Und wenn dazu 2 Gehälter nötigt sind, dann ist das halt so. Früher blieb die Frau/Mutter ja auch zu Hause am Herd...aber da wollen wir alle doch nicht mehr hin, oder?


    Gruß

    Roman

  • Richtig ist auch, dass mein Vater in den 60er Jahren die Familie noch als Alleinverdiener ernähren konnte, heute eigentlich ein gewisser Lebensstandard nur mit 2 Gehältern gehalten werden kann...

    Damals wohnte und lebte man viel bescheidener als heute. Unsere Wohnung von damals könnte man heute noch nicht mal einem Single anbieten. Der würde sich kaputt lachen.


    Sonntagsmittags versammelte sich die Nachbarschaft in unserem einzigen Wohnraum mit Küche und schaute den "Internationalen Frühschoppen mit Werner Höfer". Dass Höfer ein alter Nazi war, störte niemanden .


    Ein Nachbar brachte eine Flasche Wein mit oder man trank Kölsch, während meine Mutter im Hintergrund am Kohleherd kochte und ich die Katze drangsalierte.

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