ARVED FUCHS Campingkocher

  • Ich vermute aber, dass es diese Schraubkartuschen noch nichtmal in Europa überall gibt und schon gar nicht im Rest der Welt.

    Wenn Du länger unterwegs bist, kommst Du nicht um Benzin, Kerosin oder gar Diesel herum. Das gibts wirklich überall, selbst im letzten Dorf im Himalaya.

  • Mehr brauche ich nicht, -schon gar nicht die enorme Leistung eines MSR Whisperlite oder gar xgk...

    Benzinkocher haben wir ebenfalls jahrelang verwendet (angefangen vom legendären Juwel-Kocher, dem tonnenförmigen Benzinkocher von SIGG und dem MSR Whisperlite). Der Grund war Trekking und Alpinismus, wo Kochen in größeren Höhen zwischen 3000-4000m und bei Kälte vorkommt. Dort funktioniert ein Benzinkocher mit einer Druckpumpe immer noch super, während ein Gaskartuschenkocher eventl. nur noch dann funktioniert, wenn man die Gaskartusche vorher am Bauch oder im Schlafsack vorgewärmt hat. Ausserdem ist die Energiedichte von Benzin unschlagbar (also Brennwert des eingesetzten Brennstoffs pro Masse) und die durch die Druckpumpe gewährleistete Energiefreisetzung in kürzester Zeit (bei der Gaskartusche bin ich auf den festgelegten Kartuschendruck und die "Lust" des verdampfenden Flüssiggases angewiesen). Die Versorgungssicherheit hat Heinz schon angesprochen und weltweit mitunter unterschiedliche Gaskartuschen-Standards haben z.B. in Amerika in den 90-ern des letzten Jahrhunderts auch zu unserer Wahl beigetragen, auch wenn Tankwarte mitunter etwas kritisch guckten, wenn wir an der Tankstelle mit der Zapfpistole eine 1/2l-Brennstoffflasche "betankt" haben, was selten spritzerfrei funktionierte. Beim Fliegen hatten wir mit unseren Benzinkochern i.d.R. keine Probleme, wenn die Benzinflasche mit Fit/Spüli ausgewaschen wurde und alles vor dem Fliegen 1-2 Tage auslüften konnte. Selbst die extrem kritischen Neuseeländer und Amerikaner haben uns mit unseren Benzinkochern und MSR-Benzinflaschen/-pumpen auch nach 9/11 noch fliegen lassen. Bei getrenntem Kocher und Benzinflasche hat man auch maximal riskiert, dass die Benzinflasche mit der Pumpe konfisziert hätte werden können. Der Kocher war ja nur ein Stück Metall ohne Benzin. Ist uns aber nie passiert. Einmal musste ich zur Inspektion des bereits aufgegebenen Gepäcks in Auckland/Neuseeland in die tiefsten Tiefen des Flughafens zu einem Security-Mesch absteigen, was dann mit der Abflugszeit unseres Fliegers spannend wurde. Aber nach Vorführung unserer akribisch gereinigten Benzinflasche/-pumpe durfte alles wieder nach Deutschland mit zurückfliegen.


    Ein wichtiger Aspekt beim Benzinkocher ist eben auch die durch Höhe und Kälte verlängerte Kochdauer. Schon auf 3000-4000m Höhe erreicht man nur noch eine Wassertemperatur beim Sieden von ca. 85 Grad, was die Kochzeit von z.B. Reis oder Nudeln stark erhöht - im Zeitalter von vorgegarter Gefriertrockennahrung auch kein Thema mehr, aber eben in den angesprochenen 90-er Jahren. Der hohe Brennwert von 1/2-3/4l Benzin versetzt einen in die Lage, ohne Probleme auch über viele Tage so unterwegs zu sein, wobei der Inhalt einer Gaskartusche - so er denn gewillt ist, bei diesen Bedingungen überhaupt aus der Kartusche zu kommen - relativ schnell verbraucht ist. Und soviele Gaskartuschen wie nötig, kann oder will man dann gar nicht selber tragen...

    Die Zeiten haben sich aber eventl. mittlerweile geändert (was die Versorgungssicherheit mit passenden Gaskartuschen angeht), unsere Affinität zum Höhenbergsteigen hat altersbedingt auch nachgelassen und für alle Anwendungen im WoMo-basierten Campingbereich, wo sparsamstes Gewicht und auch minimales Volumen nicht so die entscheidende Rolle spielt, ist ein stabil stehender Gaskocher sicherlich das Mittel der Wahl. Ich habe mir jedenfalls jetzt einen Primus EasyFuel II Piezo für diesen Zweck besorgt. Mit dem auch für den Scotti Grill notwendigen Adapterset sollte dieser Kocher dann auch an der Gasflasche zu betreiben sein, da im Prinzip gleicher Anschluss.

    Beste Grüße,

    Thomas.

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    Am Ende wird alles gut. :thumbup: Wenn es noch nicht gut ist, dann war das noch nicht das Ende... :whistling:

  • Ich vermute aber, dass es diese Schraubkartuschen noch nichtmal in Europa überall gibt und schon gar nicht im Rest der Welt.

    Wenn Du länger unterwegs bist, kommst Du nicht um Benzin, Kerosin oder gar Diesel herum. Das gibts wirklich überall, selbst im letzten Dorf im Himalaya.

    Wir hatten für den Oman noch diesen Adapter geholt der auf die recht gebräuchlichen Kocher Kartuschen passt. Diese Kartuschen werden eigentlich fast überall verkauft, für ein Spottpreis auch in Nepal.

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    Wir hatten für den Oman noch diesen Adapter geholt der auf die recht gebräuchlichen Kocher Kartuschen passt. Diese Kartuschen werden eigentlich fast überall verkauft, für ein Spottpreis auch in Nepal.

    Das ist prima, dass es heute solche Adapter gibt. Ich hatte mir Anfang der 80er einen neuen Campingkocher bei dem Ausstatter meines Vertrauens gekauft. Da stellte er mir diese neuen Kartuschen, mit dem Schraubanschluss vor. Er war ganz begeistert. Ich im Prinzip auch, da der kleine Kocher wegen der größeren Kartusche einen viel besseren Stand hatte.

    Auf meine Frage, ob man denn die Dinger schon überall bekommen würde, sprach er von einer rasend schnellen Verbreitung....

    Zum Glück war ich beim ersten mal mit dem Auto in Richtung Südfrankreich unterwegs und als hätte ich es geahnt, war noch ein alter Brenner für Campingaz Kartuschen mit in Gepäck...den haben wir auch nach gut 2 Wochen benötigt, da vor Ort diese "Super Kartuschen" nirgendo zu finden waren....

    Im nächsten Rucksackurlaub nach Griechenland waren dann wieder 2 Campingaz-Kocher dabei. Mit Auto war das kein Problem, man nahm halt genügend Schraub-Kartuschen von zu Hause mit. Die Versorgung wurde dann in den Folgejahren auch besser.


    Gruß
    Roman

  • Ach ja, das waren Zeiten. Den Whisperlite - Geruch habe ich heute noch in der Nase :)


    Ich hatte mich am Ufer des Lake Nakuru / Kenia nieder gelassen. Das Gelände galt zwar als offizielles Camp innerhalb eines Nationalparks, aber ich war alleine da. Am Morgen saß ich vor meinem Zelt und kochte den üblichen Porridge, als ich das Gefühl hatte, beobachtet zu werden. Ich drehte mich um, und hinter mir stand ein gewaltiger Pavian und zeigte seine mächtigen Reißzähne. Ich sprach ihn an, und er schaute verlegen zur Seite, ging aber nicht weg.

    Es raschelte im Gebüsch, und eine ganze Paviansippe betrat die Bühne. Das wurde jetzt schwierig, denn ich hatte einen Teil meiner Ausrüstung rund um das Minizelt verteilt, und die Paviane machten sich daran, alles zu untersuchen. Und gerade als ich die Sachen ins Zelt schaffen wollte, schnappte sich der Chef meinen Kochtopf und kletterte damit auf einen Baum. Tja, das wars dann wohl mit Frühstück für mich, aber immerhin hastete jetzt die ganze Sippe hinter dem Chef her, und ich konnte in Ruhe meine Sachen ins Zelt packen.


    Zu seiner Ehrenrettung muss ich sagen, dass der Chef den Topf vom Baum herunter warf, als der Porridge alle war . Und die Sippe zog weiter.

    :thumbup:

  • Wir hatten 1984 am Lake Nakuru zwar kein Erlebnis beim Kochen, aber auch bei uns waren die Affen sehr aktiv, als wir am Morgen den Inhalt von unserem (frei in der Pampa stehenden) Zelt ausgeräumt haben, um es zusammenzubauen. Ehe wir den Braten gerochen hatten, wechselte die Brot-Tüte den Besitzer. 🤪

    Ansonsten aber ein toller Nt‘lpark.

    Beste Grüsse,

    Peter

  • Die Geschichte ging noch ein wenig weiter.

    Ich war ja nun gewarnt und wurde vorsichtiger. Nichts ließ ich mehr draußen vor dem Zelt rumliegen, und ich schaute mich immer mal wieder um, ob die Bande nicht vielleicht doch zurück kam.


    Schließlich ereilte mich der Ruf der Natur, und ich musste zum Klo. Das Campklo war nur ein paar Schritte entfernt. Ich hockte mich da rein und ließ die Türe offen, um mein Zelt im Auge zu behalten.


    Tatsächlich erschien die Bande wieder auf der Bildfläche. Die Tiere streiften um das Zelt herum, und ein ganz Schlauer machte sich daran, den Reissverschluss zu öffnen. Kaum zu glauben, aber er hatte den Kniff tatsächlich raus !


    Ich rief aus meiner Hockstellung "HAU AB !" , beendete mein Geschäft schnellstens und lief zum Zelt.


    Die Paviane sprinteten auf die Bäume und machten ein Riesentheater. Ob sie lachten oder schimpften, konnte ich nicht rausfinden. Jedenfalls war mir diesmal nichts abhanden gekommen.


    Aber ich habe gepackt und bin in den Ort Nakuru in ein Hotel gezogen. Da waren die Fester vergittert. Man kannte die Paviane.

  • Sowohl in Kanada Yukon wie Alaska mussten wir alle Lebensmittel in Camps in Stahlschränke bei Ankunft einschliessen oder an Seilen in die Bäume hochziehen (hilft nicht ggAffenüberfälle🤪) um Bären abzuhalten. Essen war nur in geschlossenen Holzhütten erlaubt. Alkohol verboten. Grüsslis Peter 😎

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