Frankreich - was sich in vier Jahren verändert hat

    • Official Post

    Hallo, Servus und Bonjour,


    Es ist wie bei vielen Dingen, die sich langsam ändern. Bei Kindern, die wachsen, sieht man das nicht jeden Tag oder jede Woche, sondern erst nach einiger Zeit. Der Staub, der sich auf einem Gegenstand absetzt, wird erst nach einiger Zeit sichtbar. Das Fett, das sich auf Bauch und Po bildet, merkt man erst, wenn die Hose spannt...


    So ist es auch mit Veränderungen in einem Land, das man länger nicht bereist hat. 2018, also vor vier Jahren, waren wir zuletzt in Frankreich und haben doch einige Veränderungen bemerkt.


    1. Kreditkarten funktionieren auch dort, wo es früher nur mit der Carte bleu (Bankomatkarte, Bankkarte) lief, z.B. an Supermarkttankstellen.

    2. Stellplätze zahlt man inzwischen allermeist mit Karte.

    3. Nachts wurden in einigen Orten die Straßenbeleuchtung abgeschaltet - ein traumhafter Sternenhimmel wurde sichtbar!

    4. Campingplätze wurden in Stellplätze umgewandelt, wobei auch durchaus das Sanitärhaus geschlossen war.

    5. Haltbarmilch (H-Milch) nimmt in Supermärkten große Flächen ein, Frischmilch muss man suchen (leider).

    6. Bio-Ware ist im Vormarsch.


    Vielleicht fällt mir später noch was ein...


    Beste Grüße,

    Uli

  • H

    5. Haltbarmilch (H-Milch) nimmt in Supermärkten große Flächen ein, Frischmilch muss man suchen (leider).

    Genau, früher hieß das "Jour du longue conservation", jetzt gibt es dauerhhaft fast nur H-Milch. Die Zeiten der guten Areilladou sind vorbei.


    Was noch auffällt, sind die alle paar hundert Meter wechselnden Geschwindigkeitsbegrenzungen. War das früher auch so? Oder ist mir das mit meiner 14-PS-Ente garnicht aufgefallen?


    Trotz allem, Frankreich ist immernoch lohnenswert.


    Ralf

  • Ja, das mit der Milch führt echt zur Sucherei - unsere kulinarisch anspruchsvollen französischen Verwandeten kauften schon vor 25 Jahren immer H Milch - und die schmeckte damals noch schlechter…… Mit Kreditkarten aller Art hatten wir nie Probleme seit € Einführung. Grüsslis Peter 😎

  • Bei dem Milchproblem sind ich ganz bei dir - ich finde es auch stets eine Tragödie in FRA gutschmeckende Milch zu finden! Unbegreiflich, oder?


    Die Geschwindigkeitsbegrenzungen gingen mit erst auf den Nerv, aber nach einiger Zeit lernt man , dass in Ortschaften praktisch immer Tempo 30 ist. Das macht mir mittlerweile weniger aus als die Variantenvielfalt bei uns: 30 - 50 - 60 - 30 - Spielstraße. In Darmstadt sind die Hauptverkehrsachsen jetzt fast alle Tempo 30 und in der ein oder anderen Nebenstraße gilt 50. Das ist absurd und ohne Geschwindigkeitserkennung weißt man (ich!) oft nicht mehr ob gerade 30 oder 50 gilt.


    Und warum es in der derzeitigen Lage in D nicht möglich ist, für die nächsten Monate auf Landstraßen 80 und auf Autobahnen 100 einzuführen erschließt sich mir definitiv auch nicht. Mir ist nicht klar auf welche Klientel da Rücksicht genommen werden muss ...

  • Bei ..............Und warum es in der derzeitigen Lage in D nicht möglich ist, f........ ...

    Anderes Thema.


    Bei Frankreich habe ich im Sommer schon die Erfahrung gemacht, daß die Höchstgeschwindigkeit völlig unterschiedlich ist.

    Gibt eben nicht nur die Ortschaften mit 30km/h, in manchen gilt 40km/h, machmal gibt es Ortsdurchfahrten mit 70km/h.

    Auf Landstraßen ist inzwischen meist 80km/h, wenn es nicht gerade eine Beschränkung auf 70km/h gibt. Aber manche Departements haben noch die alte Regelung mit 90km/h. Und dann gibt es noch Schnellstraßen mit 100km/h.


    Find ich unübersichtlich und wenn man erwischt wird, wird es schon bei 5km/h zu schnell teuer.

  • 100/120 Max 130 wäre okay……

    130 km/h auf der Autobahn passt eigentlich.


    Wenn man denn mal die Toleranzgrenze von 10 km/h nimmt fährt man 140 km/h und das reicht.

    Für unsere Reisemobile sowieso.

    Schade nur das bei den 4,1 To. Reisemobilen das Überholverbot gilt.

    Ist das weg dann würde auch 4,1 To. passen und es gäbe keine Überladungen mehr.

    Die Bremsen passen ja, sind bei beiden gleich.

  • Und was mir in Frankreich noch aufgefallen ist, die Autos sind inzwischen gleich langweilig wie bei uns.

    Früher gab es dort mehr Charaktertypen. Zugegeben, ist länger her als vier Jahre.


    Und was mir zumindest im Südwesten Frankreichs dieses Jahr positiv aufgefallen ist, es gibt sehr viele kleine Dörfer die Stellplätze haben, häufig umsonst.

    • Official Post

    Hallo,


    Das mit der Milch ist ja auch in Deutschland zu beobachten. Ein Großteil der Deutschen kauft H-Milch. Will man Frischmilch und dann womöglich noch einigermaßen aus der Region, dann ist das in Deutschland auch nicht so einfach.

    (Heute bei uns im kleinen Supermarkt in Stainz, 25 km von Graz entfernt: 8 Sorten Frischmilch (Vollmilch), davon viele in der Flasche, einige aus der Region und 1 Sorte H-Milch. Wir kaufen eine Milch aus der Region, pasteurisiert, nicht entrahmt, nicht homogenisiert, in der Glasflasche.)


    Das mit den Gratisstellplätzen (hoffentlich nicht umsonst ;) ) haben wir auch festgestellt. Ich werde die Stellplätze so nach und nach hier einstellen mit den aktuellen Preisen und der dafür gebotenen Ausstattung. Die Stellplatzsituation war auch im halben August durchaus entspannt, wenn man von heißen Wochenenden am Strand absieht. Aber 10 km im Hinterland sah es schon ganz anders aus.


    Beste Grüße,

    Uli

  • Hallo,


    Das mit der Milch ist ja auch in Deutschland zu beobachten. Ein Großteil der Deutschen kauft H-Milch. Will man Frischmilch und dann womöglich noch einigermaßen aus der Region, dann ist das in Deutschland auch nicht so einfach.

    Das seh ich allerdings anders.

    Inzwischen bietet jeder Supermarkt hier in D, einschließlich Lidl und Aldi zumindest eine Biomilch aus der Region an. Der Laden bei uns um die Ecke hat Milch von einem Bauernhof 25km entfernt. Und es gibt dort und auf Bauernhöfen offene Milch. Das gibt es schon länger, der Absatz scheint zu stimmen.


    Ähnlich kenne ich das aus Österreich, wo es zumindest bei Spar regionale Milch gibt.


    Leider hat Frankreich da Nachholbedarf, macht aber nichts, wir fahren trotzdem gern hin.


    Und PS, die Stellplätze auf denen wir waren, waren umsonst.


    Grüße

    Ralf

  • Nicht homogenisierte Milch kriegt man im biocoop unter der Bezeichnung "Lait vache entier cru 1L" (non homogénéisé, de vache jersiaise).


    biocoop gibt's fast überall in Frankreich - Karte: hier


    Besser haben uns die Geschäfte von "Le Marché de Léopold" gefallen - allerdings sind die im Südwesten Frankreichs und ich meinte dort auch nicht homogenisierte Milch gesehen zu haben.

    Le Marché de Léopold


    Gibt aber noch viele andere...


    Wie auch immer - Frankreich zieht auch uns immer wieder in seinen Bann! Vom morgendlichen Baguette über die Strände mit den Austern und dem Seafood, die Berge der Pyrenäen, das Massif Central, die Weingegenden im Süden und Südwesten, die mystische Bretagne mit ihren Megalithen, Kirchen, ihren Destillerien und Bierbrauereien, usw. einfach nur schön!



    • Official Post

    Danke für den Hinweis auf biocoop! Wir sind ein paarmal daran vorbeigefahren, immer war da unser Kühlschrank bummvoll!

    Wir sind diesmal auch wirklich zu kleinen Bäckereien (meist hab ich abends auf google.maps nachgesehen, ob es eine in der Umgebung des Stellplatzes oder auf dem Weg gibt), haben dort nicht nur Baguette geholt, sondern auch herrliches Bioche für das Frühstück. Bei Biarritz musste ich mich einmal dafür 10 Minuten anstellen, hat sich aber gelohnt.


    Und der Käse! Alter Comté, Beaufort, Beaumont - das ist so meine Richtung. Roland hat bei den Blauschimmelkäsesorten vergleichende Wissenschaft betrieben. Aber eines muss ich sagen: Wir haben hier in der südlichen Steiermark Kleinkäsereien bzw. Bauernhofkäsereien, deren Produkte es locker mit französischem Käse aufnehmen können.


    Beste Grüße,

    Uli

  • Hallo Luxor,


    du bescheibst hier genau wie ernst man in Deutschland Geschwindigsbegrenzungen nimmt. Mir geht es ja genauso. Man fährt halt 10,15 km schneller. Das überlegt man sich in anderen EU-Ländern und Skandinavien schon eher. Die Begrenzungen sind ernst gemeint und so liegen die Strafen meist beim 2- bist 3-fachen. In Norwegen kann es bei Großverdienern durchaus sechsstellig werden.

    Ein guter Freund von mir der gerne schnell fährt hat mir von seinem Fahrverhalten in der Schweiz berichtet. Tempomat auf 119 und Fuß weg vom Gas. Geht doch.


    Gruß Hans

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