Südengland - das erste und b.a.w. auch das letzte Mal

  • Im Juni/Juli d. J. war unser Reiseziel Südengland.
    Wir landeten mit unserem Wohnmobil am 25.06.16 in Dover und waren zurück in Dünkirchen am 11.07.16.
    Unsere Stationen waren:
    Dover, Canterbury, Rye, Hastings, Stonehenge, Salisbury, Dartmouth, Penzance, Land´s End, Marazion , St. Michaels Mount, Falmouth, Mevagissey, Cotehole, Buckland Abbey, Plymouth, Weymouth, Durdle Door, Chichester, Petworth-House, Faversham, Deal-Castle, Walmer-Castle.


    Es war unser erster Besuch in England und wir empfanden es zunächst als ein schönes Land mit viel Natur, teils hübschen Orten, interessanter Geschichte und
    sehr freundlichen, höflichen und hilfsbereiten Menschen.
    Der Linksverkehr ist kein Problem, leicht zu beherrschen, auffallend waren nur die vielen Kreisel, die den Verkehrsfluss jedoch sehr fördern.
    England ist allerdings kein Land, in dem es uns Spaß macht, mit dem WoMo zu reisen!


    Begründung:
    Mit unserem WoMo sind wir gewohnt, uns in einem Ort, der uns interessiert, zentrumsnah einen Parkplatz zu suchen, von dort den Ort zu erkunden,
    einzukaufen, essen zu gehen und oft auch gleich am Parkplatz oder - falls vorhanden - einem zentrumsnahen Stellplatz zu übernachten.
    Mit unserem Kastenwagen mit 6 m Länge ist das auf PKW-Parkplätzen in Deutschland und den südeuropäischen Ländern (Italien, Frankreich, Spanien)
    nahezu immer gut möglich.
    Und am Parkplatz eine Nacht zu verbringen, wird in den meisten Orten zumindest geduldet.
    Sehr oft gibt es ja auch zentrumsnahe Stellplätze extra für WoMo´s, und oft mit V+E.
    In England jedoch ist das Parken mit dem WoMo in den meisten Orten schwierig bis unmöglich, da WoMo's auf vielen Parkplätzen verboten sind,
    oft sogar mit „Teppichstangen" an der Einfahrt gehindert werden.
    Aus dem gleichen Grund und weil es nahezu keine zentrumsnahen Stellplätze gibt (Ausnahmen: Canterbury, Mevagissey),
    ist auch spontanes Übernachten nicht möglich!
    „Overnight standing prohibited" haben wir jeden Tag mehrmals an verschiedenen Orten gelesen!
    Das war für uns absolut unverständlich, denn so standen oft große und günstig gelegene Parkplätze die ganze Nacht leer!
    Die Engländer haben offenbar noch nicht begriffen, dass man mit den Wohnmobil-Touristen gutes Geld verdienen kann!
    Zum Übernachten muss man daher - auch mit einem WoMo - auf einen CP, der dann meistens 5 bis 10 km vom Ort entfernt ist.
    Wenn man selbst kocht, ist man dort ausreichend versorgt - abgesehen vom Preis, z B in Dartmouth € 40, in Chichester € 54.
    Will man jedoch nicht selbst kochen, sondern - wie wir, um Land und Leute kennen zu lernen - Essen gehen, hat man ein Problem,
    denn auf den meisten Plätzen gibt es kein Restaurant!
    Also muss man zum Essen mit dem WoMo in den nächsten Ort fahren, wo es jedoch keinen Parkplatz für WoMo's gibt.
    Das alles wird noch erschwert durch das sehr unbeständige und oft nasskalte Wetter:
    Wir hatten in diesen 16 Tagen (im Juni/Juli!) bis auf zwei Tage jeden Tag Regen und max. 20 °!
    Da macht es keinen Spaß, zu Fuß oder mit dem Fahrrad im nächsten Ort ein Restaurant zu suchen!
    Will man vor dem Wetter flüchten, wie wir das auf dem Festland immer wieder tun, merkt man, dass man von dieser Insel nicht so einfach weg kommt:
    Man muß erst eine Fähre buchen oder akzeptieren, dass die nächstbeste Fähre etwas teurer ist, oder dass man nicht in zwei Stunden wie von Dover,
    sondern erst in fünf Stunden wie z.B. von Plymouth aus das Festland erreicht.
    Es kann auch leicht geschehen (wie uns!), dass die nächsten Fähren voll sind und man somit noch einen Tag länger im Regen ausharren muß.
    Das ist natürlich auch bei anderen größeren Inseln so - es wird ja auch nur dann unangenehm bewusst, wenn man sich nicht mehr wohl fühlt.


    Die Engländer lieben Hunde! „Prima!" dachten wir „Dann sind wir dort ja mit unserem kleinen Rasti gut aufgehoben!" und nahmen ihn mit.
    Tatsächlich hat scheinbar jeder Engländer mindestens einen oder zwei, manche sogar vier Hunde.
    Die Folge ist jedoch, dass in fast jedem Restaurant, Park usw. Hunde verboten sind.
    Einerseits kann ich das verstehen, denn schlecht erzogen sind selten die Hunde, sondern meistens ihre Herrschaften.
    Andererseits ist es natürlich schwierig, wenn man einen Hund dabei hat und ihn nicht alleine im Auto lassen will.


    Unser Fazit:
    England und seine Bewohner sind grundsätzlich eine Reise wert!
    Auch das wechselhafte Wetter (was diesmal vielleicht sogar nur ausnahmsweise so schlecht war) könnten wir ertragen.
    Mit dem WoMo macht uns das jedoch keinen Spaß!
    Und da wir ausschließlich mit dem WoMo verreisen, werden wir dieses Land für unsere künftigen Reisen nicht mehr einplanen.

  • Ja, meine Erfahrungen sind ähnlich. Diese "No overnight parking" - Schilder haben mich auch genervt. Man findet sie überall im UK, also leider auch im ansonsten wunderbaren Schottland, und da natürlich an den schönsten Orten :(


    Die Teppichstangen sind für mich kein Problem, denn mein KOMET ist mit geschlossenem Dach nur 199 cm hoch :)


    Die Fähre Dover - Calais hat mich ( 1 Person, 1 Mini-Bus) keine 50 Euro gekostet, allerdings Abfahrt morgens um 1 Uhr. Im Preis war ein üppiges Mahl enthalten, welches ich natürlich auch um diese unchristliche Zeit vollständig (!) zu mir genommen habe, einschließlich fetter Würste, Spiegeleier, Baked Beans und anderer Grausamkeiten. Total ungesund, aber bezahlt ist bezahlt.......


    Generell gilt, dass Fähren und Tunnel etwa die gleiche Preisgestaltung haben. Je ungünstiger die Reisezeit, je billiger die Fahrt.

  • tja, leider haben sich die Zeiten geändert; wir waren das letzte mal 2008 in GB und dann noch 2 Wochen in Irland. Damals war´s noch "ideal" mit overnightstanding, oft auf sog. Overflow-Plätzen von Supermärkten und auch (für uns damals ganz wichtig) auf P der diversen großen Schlösser, die wir besichtigt hatten.


    Schade, aber ich sehe es wettermäßig ebenso wie Wolfgang - wenn in Irland der Regen alle 2 Std. waagerecht daher kommt bzw. in GB der Nieselregen alles gründlich durchnässt, dann sind das für mich keine WoMo-Reiseländer, wo man sich mit einem Gläschen Wein (natürlich mitgebracht!) vor´s WoMo setzt und "den lieben Gott einen guten Mann sein läßt". 8)


    So werden wir diesen September wieder mal nach Sardinien fahren ... :P

  • Als wir wieder aufs Festland zurück kamen, hatten wir strahlenden Sonnenschein - im Rückblick auf der Fähre sah ich eine dicke schwarze Wolkendecke über Dover!
    Unsere erste Station war Veurne in Belgien, mit einem der schönsten Marktplätze Belgiens (lt. Reiseführer MM-Verlag).
    Wir fuhren dort mit dem WoMo mitten in die Stadt, stellten uns dort auf den wunderschönen Marktplatz - Parken 2 Stunden kostenlos mit Parkscheibe,
    kein WoMo-Verbot!
    Dann entdeckten wir ca. 400 m weiter einen Stellplatz an einem Kanal, wo ein paar Hausboote lagen.
    Da stellten wir uns dann hin und gingen wieder zurück in den Ort.
    Direkt am Marktplatz fanden wir ein nettes Restaurant.
    Da gingen wir zum Abendessen hin, mit unserem Hund!
    Wir hörten von dem freundlichen Kellner KEIN "No dog!", im Gegenteil, wir bekamen einen hübschen Fensterplatz!
    Wir haben dort gut gegessen und getrunken - und in ein paar Minuten waren wir "zuhause"!
    So wollen wir das, so lieben wir das!
    Vielleicht wachen die Engländer ja irgendwann mal auf, dann kommen wir gerne wieder - denn Land und Leute sind unbedingt eine Reise wert!
    Aber mit unserem WoMo fahren wir jetzt erst mal in den Süden (Toscana, Elba) und freuen uns schon!

  • jetzt wo du das so erzählst fällt mir die passende Story auch noch ein - In Bath auf der quasi Rückfahrt haben wir bei Nieselregen (also nix mit draussen sitzen) nach "stundenlanger" Suche endlich ein Lokal gefunden, wo wir nach langem Bitten & Betteln gnädigerweise innen etwas zu Essen bekamen ;( , etwas unterstrichen!
    (na gut, für´s Wetter können die Engländer nix, man muss aber sehr damit rechnen!)


    Zurück in Frankreich - hurra, rein in die nächste Kneipe - als erstes bekamen die Hunde etwas zu trinken, dann erst wir; das sagt doch genug, oder?!


    Ausserdem verstehe ich die GBler nicht, da sind doch "Unmassen" von WoMos unterwegs, wieso die so stur sind ;(
    Das muss was mit der CP-Lobby zu tun haben.
    In F. oder auch Belgien kannst du dich in Sichtweite von Campingplätzen auf eine Wiese stellen, und keiner sagt was oder holt die Polizei - geht doch!!

  • Ausserdem verstehe ich die GBler nicht, da sind doch "Unmassen" von WoMos unterwegs, wieso die so stur sind
    Das muss was mit der CP-Lobby zu tun haben.

    Und wir würden ja auch gutes Geld da lassen!
    Wir kaufen ein zum Frühstücken, manchmal, wenn ein nettes Lokal in der Nähe ist, gehen wir auch dorthin zum Frühstücken.
    Tagsüber bummeln, einkaufen, etwas "schnabulieren", ein Museum oder so besichtigen, abends meistens Essen gehen.
    Für den Stellplatz würden wir ja auch bezahlen, wollen das ja nicht geschenkt, erst recht, wenn dort V+E möglich ist!
    In anderen Ländern, die stärker besucht werden, geht das ja auch!
    Eigentlich könnte man annehmen, dass die Engländer grad wegen ihres "wechselhaften" Wetters sich mehr um Touristen bemühen müssten
    als die Länder in Südeuropa.
    Statt dessen geben Sie uns WoMo-Touristen (nicht immer, aber) ziemlich oft das Gefühl, dass wir nicht erwünscht sind!

  • Unser Fazit:
    England und seine Bewohner sind grundsätzlich eine Reise wert!
    Auch das wechselhafte Wetter (was diesmal vielleicht sogar nur ausnahmsweise so schlecht war) könnten wir ertragen.
    Mit dem WoMo macht uns das jedoch keinen Spaß!
    Und da wir ausschließlich mit dem WoMo verreisen, werden wir dieses Land für unsere künftigen Reisen nicht mehr einplanen.


    Hallo Wolfgang,


    nachdem man sich ja im Laufe der Jahre auch in einem solchen Forum etwas besser kennen lernt, auch wenn der persönliche Kontakt immer noch aussteht ;) , habe ich ein solches Fazit in Euerem Fall fast schon "befürchtet".


    Wir lieben all das, was Du an Annehmlichkeiten, die der Süden so bietet genannt hast, auch. Aber es gibt in GB oder auch in Irland so vieles, was weder Italien noch Frankreich bieten können, dass wir die Abwechslung, mal Norden mal Süden, mehr als genießen. Oft in dem wir im Mai/Juni in den Norden fahren und die 2. größere Tour im Herbst in den Süden machen.


    Bleiben wir mal bei den Jahreszeiten und der sog. besten Reisezeit. Ich erinnere mich, als wir 1994 zum ersten Mal mit unserem 1. Womo Ende Mai nach Irland gefahren sind. Alle Reiseführer empfahlen die Zeit Mai/Juni als diejenige, die die größte Wettersicherheit bietet. Nach gut einer Woche sind wir nach 6 Tagen Dauerregen nach Südengland geflüchtet und hatten dort noch 2 Wochen lang das tollste Wetter.


    Seit dieser Zeit waren wir im Schnitt alle 2 Jahre auf der Insel oder in Irland unterwegs. Und was soll ich sagen, die Statistiken in den Reiseführern stimmen rückblickend betrachtet doch. Außer beim ersten Mal hatten wir immer phanstastsiches Wetter. Ob in Irland, Schottland, Wales oder im Süden Englands. Da waren auch mal 28°C im Mai in Wales drin......


    Ich muss natürlich dazu sagen, dass wir uns schon mit unseren Gewohnheiten den Ländern anpassen. Wir haben relativ schnell realisiert, dass es zu den i.d.R. tollen Campinganlagen auf den britsichen Inseln keine Alternative gibt. Wir zogen dann aber für uns wieder das Positive aus der Sache, da wir solche teilweise parkähnlichen Anlagen im Rest Europas (evtl. noch Skandinavien) bis heute noch nicht gefunden haben. Wir sitzen allerdings auch sehr gerne draußen, weshalb wir mit CP´s keine Probleme haben, da ich beim Frei Stehen die Stühle i.d.R. nicht raus hole.
    Wie du richtig schreibst, hat der Umstand auf einen CP gehen zu müssen, der womöglich noch 4-5 km vom Ort entfernt liegt, auch Einfluss auf das persönliche Verhalten. So gehen wir oft tagsüber auf der Weiterfahrt in einem schönen Ort mittags essen oder nehmen auch mal einen "Cream Tea" und kaufen dann für abends ein und kochen am Womo. In Irland marschieren wir aber auch bei Bedarf 3 km vom CP in den nächsten Ort und gehen abends dort in ein Pub mit Livemusik.....


    Ich gebe zu, dass auch für uns gutes Essen und Trinken unbedingt zu einem gelungenen Urlaub dazu gehört. Aber fast noch wichtiger sind uns Land(schaft), Orte und Leute. Und genau diese Kombination entschädigt im Norden für vieles.


    Ihr dürftet z.B. NIEMALS nach Norwegen fahren. Dort ist alles, was du in Südengland bereits als nachteilig empfunden hast, um den Faktor 10 schlimmer. Da der gemeine Norweger offensichtlich nicht mal zum Feierabend Bier in eine Kneipe geht, fehlt diese Art der Infrastruktur dort praktisch völlig. Essen gehen kann man dort wohl nur in den größeren Städten. Braucht der Norweger eine Zange muss er vermutlich nach Oslo fahren....... :D


    Fährt man durch GB hat man manchmal das Gefühl durch ein großes Freilichtmuseum zu fahren. Hinter jeder Kurve lauert wieder eine schöne Landschaft oder ein kleiner mit vielen Blumen herausgeputzer Ort.


    Ich habe bisher ja nocht nichts zu unserem Apulien Urlaub geschrieben. Aber an diesem Punkt kann ich einen schönen Vergleich zu Italien anstellen. Auch dort gibt es nette Orte. Diese muss man sich allerdings erarbeiten, ich könnte auch sagen durch teils hässliche Vorstädte erkämpfen. Schönes Beispiel "Vieste". Wäre ich nicht am Tag zuvor schon mit dem Fahrrad dort gewesen und hätte gewusst, dass nach den ganzen Plattenbauten auch noch ein kleiner netter Altstadtkern kommt, wären wir wohl einfach weiter gefahren....
    Und diese Erfahrung zieht sich durch unseren ganzen Apulienurlaub. Es fällt uns nun mal schwer, bei einem schönen Glas Primitivo am Meer, den ganzen Müll und Dreck durch den man zuvor gefahren ist, völlig aus zu blenden. Da passt irgendwie das Gesamtbild nicht.


    Mir fiel dort unten, ein wie ich finde netter Vergleich ein. Ein Urlaub in GB ist für uns wie wenn wir einen Top Spielfilm in einem erstklassigen Kino auf einer riesigen Leinwand anschauen. Apulien war der gleiche Spielfilm auf einem 30" Fernseher auf RTL mit 10 Werbeunterbrechungen.... :D
    Wobei ich sagen muss, dasss es das was ich oben für Apulien geschrieben habe, in Südfrankreich in der Form auch nicht gibt. Dort
    haben die zuständigen Bauämter wenigstens darauf geachtet, dass die kleinen aber feinen Orte nicht von den Trabantenstädten geschluckt
    werden.


    Aber wie gesagt. Es sind die unterschiedlichen Herangehensweisenden. Wir sitzen ebenso gerne in Südfrankreich in einem Bistro bei einem guten Essen oder nur einer Tasse Kaffee. Genießen andererseits aber ebenso die überwältigenden Landschaften im Norden und das zugegeben gelegentlich rauhere Wetter. Es kann phantastsich sein, wenn man nach einer tollen Wanderung über den Coast Path bei bestem Wetter, abends mit einem Glas Wein im Womo sitzt und der inzwischen aufgekommene Regen klatscht gegen die Scheiben......Und morgens kann man wieder draußen Frühstücken..... ;)


    Ich fände es trotzdem schön, wenn ihr irgendwann der Ecke eine 2. Chance geben würdet...dann aber bitte in den statistisch trockensten Monaten Mai/Juni...... ^^



    Viele Grüße
    Roman

  • Hallo Roman ;)


    Habe mit großem Interesse deinen [lexicon='Beitrag'][/lexicon] an Bambus gelesen. Super, wie du alles erklärt hast, aber ich finde, der Absatz von Norwegen ist fast eine Beleidigung
    für dieses herrliche Land. Vieleicht tingelst du nur im Süden umher, wo man nur Urlauber trift. Der Norweger ist ein sehr stolzer Mensch, er kommt nicht zu dir sondern er wartet, bist du zu ihm kommst. Wenn du sein Interesse geweckt hast, kannst du über Jahrzehnte alles von ihm bekommen. Frage einen Norweger nach
    einer Zange, er wird dir 5 Stück geben und aus seinem Womo holt er noch einen Werkzeugkasten, der 30 Kilo schwer ist.
    Es gibt auch keine Verbote für Womo´s - du kannst überall frei (auf Nachfrage auch auf jedem Parkplatz) übernachten, du bist mit deinem Womo einfach willkommen - keine Barken auf 2 Meter wie wir sie in Irland und GB kennenlernen mussten und wenn du mit 7 Meter 3 Parkplätze benötigst, dann ist das auch ok. Es gibt in Europa bestimmt kein Land, in dem ich mich freier und unbeschwerter bewegen kann wie in Norwegen.
    Lieber Roman, nimm dir einfach einmal 4 Wochen Zeit und fahre in den Norden von Norwegen, dann wirst du deine Meinung vielleicht ändern. Und wenn du schön langsam durch die kleinen Ortschaften fährst, findest du auch etwas zum Einkehren, wo du für lockere 8 Euro dein kühles Bier genießen kannst.
    Ich wünsche dir einen Super-Urlaub in Norwegen, wenn du es noch einmal ausprobieren möchtest.


    Nix für unguad ! :00000436:


    Viele Grüße an alle :thumbup:
    Ernst und Rosi

  • .... Es gibt in Europa bestimmt kein Land, in dem ich mich freier und unbeschwerter bewegen kann wie in Norwegen.
    Lieber Roman, nimm dir einfach einmal 4 Wochen Zeit und fahre in den Norden von Norwegen, dann wirst du deine Meinung vielleicht ändern. Und wenn du schön langsam durch die kleinen Ortschaften fährst, findest du auch etwas zum Einkehren, wo du für lockere 8 Euro dein kühles Bier genießen kannst.


    Hallo Ernst,


    danke, dass du mich als großer Norwegen Fan, von diesem tollen Land überzeugen möchtest...... :D Bisher war unserer nördlichster Punkt Alesund. Nächstes Jahr schwanken wir zwischen Irland und den Lofoten....wobei ich nicht schwanke...wenn ich allein zu entscheiden hätte, ging es in den hohen Norden. ^^


    Daher mein lieber Ernst, waren meine Bemerkungen keine Kritik an Norwegen meinserseits, sondern lediglich die Feststellung dass vieles von dem was Wolfgang an England gestört hat, in Norge noch ein wenig extremer ist. Auch wenn du natürlich in dem Punkt "Frei Stehen" sicher recht hast, dass dies dort leichter möglich ist, als in GB.


    Ich habe nur den Eindruck gewonnen, dass der Norweger sein Leben am liebsten zu Hause lebt und wenn er in der Natur wandelt lieber picknickt als eine Hütte oder ein Restaurant auf zu suchen. Daher sind diese dort auch recht dünn gesät.


    Meine Bemerkung mit der "Zange" hatte einen anderen Hintergrund. Uns fiel irgendwann auf, dass wir auf den ganzen Kilomtern, die wir dort abgespult haben, nie an einem Baumarkt oder etwas ähnlichem vorbei kamen. Irgendwann kam dann von mir die Bemerkung, dass die Heimwerker in Norwegen wohl alle für eine Zange nach Oslo fahren müssen... :D


    Das krasse Gegenteil davon erlebt man in Irland. Dort hat jedes noch so klein Dorf einen Hardware Laden. Dort liegen dann wenn man Glück hat die Schlauchschellen neben den Orangen zum Verkauf...Kaffee und Kuchen gibts mit etwas Glück auch noch.... ^^


    Gruß
    Roman

  • Meine Bemerkung mit der "Zange" hatte einen anderen Hintergrund. Uns fiel irgendwann auf, dass wir auf den ganzen Kilomtern, die wir dort abgespult haben, nie an einem Baumarkt oder etwas ähnlichem vorbei kamen. Irgendwann kam dann von mir die Bemerkung, dass die Heimwerker in Norwegen wohl alle für eine Zange nach Oslo fahren müssen...

    Neeee, nicht nach Oslo ........ noch ein klein bisschen weiter.....der Norweger fährt , um eine Zange in einem Baumarkt zu kaufen, nach Schweden! ;):D


    Was, ganz nebenbei, nicht nur für Zangen, sondern auch für Kleidung, Haushaltsartikel und vieles mehr gilt --- jedenfalls bekommt man diesen Eindruck, wenn man mal im grossen Einkaufsparadies Ullared in Schweden war!
    (Mit Ullared meine ich das überdimensionierte Kaufhaus mit den überdimensionierten Einkaufswagen, den überdimensionierten Parkplätzen, dem eigenen CP und Wohnmobilstellplatz, dem eigenen "Hunde-Hort" und vielem mehr! )
    Da stehen sehr, sehr viele norwegische PKW, Womos, und Reisebusse auf den Parkplätzen!


    LG
    Anette

  • nana, Leute, dass man in Norwegen "überall" frei stehen kann, stimmt nun wirklich nicht. Das sog. Jedermannsrecht gilt für Zeltcamper und Wanderer, aber nicht unbedingt für Wohnmobile u.ä.
    Inzwischen findest Du auch in Norwegen immer häufiger die gefürchteten "No overnight parking" - Schilder. Ob das auch tatsächlich durchgesetzt wird, weiss ich nicht. Ich hatte jedenfalls keine Probleme, allerdings geht mein Fahrzeug auch eher als PKW durch als als Womo ;)


    Dieses "Jedermannsrecht" gibt es übrigens auch in Schottland. Aber man hat nicht immer Freude daran, wenn die Mitches über einen herfallen :(

  • Hallo Roman, :wink


    zunächst vielen Dank für Deine ausführliche Stellungnahme! :thumbup:
    Ganz klar: Wir Menschen unterscheiden uns in unseren Wünschen, Bedürfnissen, Erwartungen, in dem, was uns mehr oder weniger gefällt.
    Michaela und ich lieben die Natur, aber nicht nur und nicht die pure Einsamkeit über einen längeren Zeitraum.
    Genauso mögen wir Orte, Häuser, Burgen, Schlösser, Kirchen, Museen, Parks, nette Lokale u.v.a
    Keine zu großen Städte, keine Menschenmengen ...


    Als wir noch mit unserem VW-Bus unterwegs waren, war ich es gewohnt, unsere Reisen nach Campingplätzen zu planen,
    denn wir wollten ein Abendessen und dann abends oder spätestens am nächsten Morgen eine Dusche.
    Da wir auch damals schon öfter in ein Lokal zum Essen gingen, statt selbst zu kochen (was wir jedoch auch ab und zu machen),
    mußte ich diesen Anspruch bei meiner Planung eben mit berücksichtigen.
    Wobei dieses Lokal möglichst am CP oder zumindest in Fahrraddistanz liegen sollte,
    denn nach einem gemütlichen Abendessen erst noch in der Dunkelheit einen CP suchen, macht mir keinen Spaß.
    Außerdem Wein zum Abendessen und dann noch fahren ... nene!


    Und dann kam der Umstieg zum WoMo und damit für uns die "große Freiheit" :thumbup: :
    Wir kommen an einen Ort, der uns gefällt, wo es etwas Schönes oder Interessantes zu sehen gibt,
    suchen uns einen Parkplatz oder ggf. gleich einen zentrumsnahen Stellplatz,
    schauen uns an, was uns gefällt und interessiert, genießen danach noch ein leckeres Essen, und sind nach kurzem Fußweg wieder "zuhause".
    Und das ist es, was wir in GB hauptsächlich vermisst haben!
    Nicht das "wechselhafte" Wetter hat uns gestört, denn das wußten wir ja schon vorher
    (wobei es in dieser Zeit Juni/Juli in ganz Europa besch..... war), darauf hätten wir uns einstellen können.
    Allerdings macht es eben keinen Spaß, im Regen noch ein paar Kilometer vom CP in den nächsten Ort zu gehen oder zu radeln,
    um dort etwas zu Essen zu bekommen, und dann im Regen wieder zurück.
    Hätten wir in den Orten parken und übernachten können (wie oben beschrieben), wäre das Wetter kein Problem gewesen.
    Und das geht in GB - zumindest in Südengland - eben nicht so einfach!
    Wir haben natürlich immer eine Lösung gesucht und gefunden - mit der Sucherei aber meistens viel Zeit verloren!
    Dazu ist mir meine Zeit im Urlaub jedoch zu schade, dazu sind wir inzwischen zu verwöhnt mit den Gegebenheiten,
    die wir anderswo (in Deutschland, Belgien, Italien, Spanien, Frankreich) vorfinden!
    Selbst in dem von Dir beispielhaft genannten Apulien, wo Ihr und wir ja nahezu gleichzeitig unterwegs waren,
    ging es uns mit unseren "Ansprüchen" besser, obwohl das Wetter dort im März/April auch noch nicht so war,
    wie wir das in diesen Breitengraden erhofft und erwartet hatten!
    Haufenweise Abfall auf den Straßen (besonders in Italien) und Trabantenstädte auszublenden sind wir gewohnt.
    Tatsächlich ist jedoch die Spezies "Abfall-Idiot" in GB weniger häufig vertreten! :thumbup:


    Und dann war da noch das Problem mit unserem kleinen Hund, den wir einfach nicht längere Zeit alleine im Auto lassen können/wollen.
    Bei zwei Hunden wäre das sicher anders, die trösten sich gegenseitig.
    Und mit dem Hund in ein Lokal zum Essen gehen, war überwiegend ein Problem!
    Natürlich fanden wir (nach oft langer Suche) immer wieder einen Platz in einem Pub oder in einem Restaurant,
    wo Wirt und Personal sich eben etwas flexibler auf die Ansprüche bestimmter Gäste eingestellt haben.
    Aber - wie in Plymouth - siebenmal hintereinander abgewiesen zu werden - kann die Urlaubslaune schon gewaltig dämpfen!


    Und noch einmal betone ich:
    England haben wir als ein sehr schönes und interessantes Land wahrgenommen, Natur, Orte, Historie usw.
    mit sehr liebenswerten, immer freundlichen und höflichen Bewohnern!
    Also absolut eine (oder auch viel mehr als eine) Reise wert, und Deine Bezeichnung "Freilichtmuseum" kann ich nachvollziehen! :thumbup:
    Auch mit Linksverkehr und sprachlicher Verständigung sind wir gut zurecht gekommen!


    Was Du in Deinem letzten Absatz beschrieben hast, trifft absolut auch unseren Geschmack!
    Leider haben wir jedoch von den 16 Tagen in Südengland an 14 Tagen überwiegend das Klatschen des Regens an unsere Scheiben erlebt!
    Wie gesagt - dieses Wetter der letzten zwei Monate war sicher eine Ausnahme und für uns einfach nur ein blöder Zufall!
    Jedoch auch bei schönerem Wetter hätten wir in GB ständig das Gefühl, mit unserem WoMo nicht willkommen zu sein,
    und bekommen das ja auch immer wieder schriftlich auf den Parkplatzschildern:
    "No Camper!" und "Overnightstanding prohibited!" X(


    In zwei Wochen gehts in den Süden: Südtirol, Toscana ... wir freuen uns schon sehr! :applaus:


    Trotzdem noch ein paar Fotos:
    Dartmouth, Lands End, Cotehole, Plymouth, Durdle Door, Walmer Castle


    camperboard.de/Forum/index.php?attachment/38507/camperboard.de/Forum/index.php?attachment/38508/camperboard.de/Forum/index.php?attachment/38509/camperboard.de/Forum/index.php?attachment/38510/camperboard.de/Forum/index.php?attachment/38511/camperboard.de/Forum/index.php?attachment/38512/camperboard.de/Forum/index.php?attachment/38513/camperboard.de/Forum/index.php?attachment/38514/camperboard.de/Forum/index.php?attachment/38515/
    camperboard.de/Forum/index.php?attachment/38517/

  • Hallo Heinz


    Du hast recht, die Schilder im Süden von Norwegen werden immer mehr. Wir fahren schon seit 1995 fast jährlich hier hoch. Unserer Meinung nach sollten sich manche Urlauber aber einmal Gedanken machen, wie ich mich in einem fremden Land benehmen sollte. Heuer sind wir 2 Monate an der Küste entlang gefahren, haben dabei u.a. einen Camper aus Norddeutschland kennengelernt, der den Rastplatz mißverstanden hat: schönen Platz aussuchen zum Übernachten, Markise, Tisch und Stühle raus, der Grill darf auch nicht fehlen. Und dann wundert dich, dass die Komunen solche Schilder aufstellen ??? Wir waren 2015`/ 2016 im Winter hier, haben 7 mal auf einem Supermarktparkplatz übernachtet. Nach dem Einkauf haben wir den Marktleiter gefragt, dieser hat uns angelacht und meinte, ja ihr seid schon ein wenig verrückt und ja, die Außensteckdose 220 Volt könnt ihr auch benützen...
    80 % der Norweger machen im eigenen Land Urlaub, sie lieben ihr Land. Und wir hoffen, dass wir dieses Land noch lange so unbehelligt bereisen dürfen.


    Grüße aus Bayern
    Ernst und Rosi

  • In zwei Wochen gehts in den Süden: Südtirol, Toscana ... wir freuen uns schon sehr! :applaus:


    Mensch Wolfgang. Ihr schämt Euch gar nicht, das hier auch noch zu schreiben. Euer Womo ist vom Englandurlaub doch noch gar nicht richtig trocken, da fahrt ihr schon wieder los...... :D Tschuldige, der war jetzt etwas böse, musste aber sein...... ^^


    Es ist ja nicht so, dass ich Eure Gründe für das England-Fazit nicht nachvollziehen könnte (vor allem auch die, die durch den Wauwau verursacht wurden). Ich hoffe andererseits, dass verständlich wurde, weshalb wir mit beiden Regionen (Norden und Süden) irgendwie klar kommen ohne das jeweils Andere zu vermissen......Wir passen unsere Art Urlaub zu machen einfach der jeweiligen Region an.


    Ich musste beim Lesen deines Beitrages an einen Kollegen aus dem Fotoclub denken. Nachdem ich dort 1979 die zum ersten mal Bilder aus der Toscana in einer Diaschau vorgeführt hatte, war es um ihn geschehen. Ein Jahr später machte er dort den ersten 2 wöchigen Fotourlaub, dem noch etliche folgen sollten. Man sah auf Wettbewerben und Ausstellungen von ihm nur noch Bilder dieser Region....


    Dann ging es irgendwann mal in die Bretagne. Er machte auch dort durchaus gute Bilder wie wir fanden, war aber selbst nicht zufrieden mit den Ergebnissen....vermutlich weil er auch dort die typische Landschaft der Toscana suchte, aber nicht fand..... ;(


    Das habe ich jetzt nicht geschrieben, weil ihr demnächst wieder dorthin fahrt, sondern es ging mir vielmehr darum auf zu zeigen, dass man bereit sein muss, sich auf anderes ein zu lassen und vor allem ein zu stellen.


    Sind einem die lieb gewonnen Gewohnheiten wichtiger, was ich durchaus nachvollziehen könnte, bleiben einem bestimmte Regionen verwehrt...


    Gruß
    Roman

  • Hallo Anette :)


    Dich wundert, dass manche Norweger billig in Schweden einkaufen. Du hast bestimmt schon gehört, das ganze Scharen Deutsche nach Polen und Tschiechen fahren, um sich da mit Zigaretten und Klamotten einzudecken. Viele Süddeutsche fahren in Kolonnen nach Österreich, weil dort der Sprit um 2 Cent billiger ist.
    Und am Abend gehen sie dann zum 5 Sterne Dinner, koste es was es wolle.
    Über solche Sachen mach ich mir gottseidank keine Gedanken mehr. :meinung:


    Gruß :sg6:
    Ernst

  • Euer Womo ist vom Englandurlaub doch noch gar nicht richtig trocken, da fahrt ihr schon wieder los......

    Eben drum müssen wir unbedingt noch mal fahren, damit wir es endlich trocknen können! :thumbup:
    Im März/April in Apulien war es zu kalt, im Juni/Juli in GB zu nass, vielleicht klappt es jetzt endlich! :wacko:
    Tatsächlich wollen wir uns endlich auch mal für ein paar Tage irgendwo einfach nur in die Sonne legen!
    Das hatten wir in diesem Jahr in insgesamt 8 Wochen bisher noch nicht!
    Und wenn mir die Wetter-App am 2.9. sagt, dass es in Italien regnet, dann fahren wir am 3.9. nach Südfrankreich!
    Und wenn es dort auch regnet, fahren wir weiter nach Spanien!
    Michaela predigt mir dauernd, ich solle meine Glatze mit einer Sonnenschutzcreme mit hohem Lichtfaktor einreiben -
    als folgsamer Ehemann fahre ich daher solange in den Süden, bis ich einen Grund habe, die Creme zu benutzen! :D


    Wir passen unsere Art Urlaub zu machen einfach der jeweiligen Region an.

    Das versuchen wir natürlich auch erst mal! :thumbup:


    es ging mir vielmehr darum auf zu zeigen, dass man bereit sein muss, sich auf anderes ein zu lassen und vor allem ein zu stellen.

    Wir sind uns damit ja grundsätzlich einig! :thumbup:
    Andererseits sehen wir das auch zweiseitig:
    Die Engländer haben ja sehr wohl ein Interesse am Wirtschaftszweig Tourismus, insofern sollten sich also beide Seiten aufeinander einstellen!
    Und in unserem Fall hab ich eben den Eindruck gewonnen, dass dieses "sich anpassen", "beide Seiten aufeinander einstellen" ziemlich einseitig ist. :thumbdown:
    Wie ich schon schrieb: Wenn ich das Gefühl habe, ich bin nicht willkommen oder nur dann, wenn ich mich einem "Diktat" beuge,
    dann flüchte ich lieber :thumbdown: (diese Praxis lehre ich ja auch in meinem Unterricht ;) )!
    Ich pass mich gerne an, lass mich jedoch nicht in eine Jacke zwängen, die mir nicht passt! X(


    Wenn GB die einzige Möglichkeit wäre, würde uns nichts Anderes übrig bleiben, als alles zu akzeptieren.
    Zum Glück gibt es jedoch noch viele ähnliche Möglichkeiten, wo (für unseren Geschmack!) beide Seiten auf einen Nenner kommen.


    Ich betone nochmal:
    Wenn Euch und Anderen GB, Irland, Schottland, Schweden, Norwegen usw. das bietet, was Ihr sucht, dann ist das doch prima! :applaus:
    Dann sind das für Euch die passenden Reiseziele!
    Wir suchen halt was Anderes, was wir dort nicht oder zu wenig finden!
    Es geht nicht um besser oder schlechter! :!:

  • In England war ich bisher nur einmal auf einem CP, aber Schottland, Nordirland und natürlich Irland sind mir geläufiger. In Schottland nahe am Balmoral Castle war ich mal auf einem Platz, der mir fast leer vorkam, und trotzdem war er voll besetzt. Der Rätsels Lösung: Es gibt dort eine Vorschrift der Feuerwehr, dass zwischen den Womo und Wowa etliche Meter frei bleiben müssen. Das verlieh dem Platz eher den Anschein einer Parklandschaft als eines Campingplatzes.


    Apropos Balmoral Castle: Wer die Queen mal hautnah sehen will, der hat an jedem ersten Sonntag im August die Chance dazu. Dann nämlich besucht die Queen um 11.30 Uhr den Gottesdienst in der nahen Krathie Kirk, und das seit ihrer Krönung jedes Jahr um die selbe Zeit! Der Gottesdienst ist öffentlich, und jeder darf in die Kirche solange da noch Platz drin ist.


    Ich habe am Tor von Balmoral Castle auf die Queen gewartet, und tatsächlich kam sie um Punkt 11.15 Uhr an mir vorbei gefahren. Früher steuerte sie ihren Landrover oft selbst. Diesmal saß sie im Fond. Die Stimmung war fast familiär dort vor dem Tor. Die vielleicht 30 Schaulustigen kannten sich zum Teil aus den Vorjahren schon, und sie waren alle begeisterte Royalisten.


    Ich habe probeweise mal gefragt, ob jemand das deutsche Staatsoberhaupt kennt. Da herrschte betretenes Schweigen.

  • Hallo,


    Ich habe erst jetzt deinen Bericht lesen können, im Urlaub hatte ich einige (hausgemachte) Probleme damit (lahmes Notebook). Ich habe den Bericht auch in das richtige Forum verschoben, ich hoffe, dass das so passt.


    Danke, Wolfgang, für deinen Bericht! Ich habe ihn mit Interesse gelesen und einige Gedanken dazu.



    Will man jedoch nicht selbst kochen, sondern - wie wir, um Land und Leute kennen zu lernen - Essen gehen, hat man ein Problem,


    denn auf den meisten Plätzen gibt es kein Restaurant!


    Selten lernt man Land und Leute oder gar die landestypische Küche kennen, wenn man essen geht. Da bekommt man das, was man meint, den Touristen vorsetzen zu können. Was wirklich in den Wohnungen und Privathäusern auf den Tisch kommt, sieht man sehr selten auf den Speisekarten von Gaststätten.
    Meines Erachtens lernt man da besser diese Seite kennen, wenn man selbst einkauft, wenn man dabei den Einheimischen in ihren Einkaufswagen schaut, zuhört, was sie an den Theken ordern oder auch, wenn man in die Tiefkühltruhen mit den fertigen Speisen schaut.


    Und wenn es um die Unterhaltung mit Einheimischen geht, so kann man das ja recht gut auf den Campingplätzen machen.


    Was die Fähren betrifft, so hatten wir vor zwei Jahren überhaupt kein Problem. Wir hatten einfach am Vortag per Internet die Rückfahrt gebucht, den günstigen Preis bekommen und waren dann tags darauf auf dem Schiff.


    Was das Freistehen oder zentrumsnahe Stehen betrifft, so ist das nicht unbedingt unsere Sache. Wir wollen nachts absolute Ruhe haben, wollen die Fenster weit öffnen können. Die Ruhe hat man wohl kaum in Stadtzentren, das Öffnen der Fenster geht beim Freistehen ja auch nur beschränkt.


    Ja, Engländer wollen Tourismus. Aber die Reisenden "aus Europa" (wie das die Briten selbst bezeichnen), machen einen recht kleinen Teil aus. Die Briten selbst wollen naturnah urlauben, auf einen Campingplatz im Grünen, dort die Natur genießen. Die britischen Wohnmobilisten machen das nicht anders. Wollen sie es doch anders, so fahren sie "nach Europa", aber das dürfte in Summe der kleinere Teil sein und eher jene, die im Großraum London wohnen und nahe zu Fähre oder Tunnel haben.


    Ja, jede(r) von uns hat bevorzugte Regionen, warum auch immer. Das ist auch gut so, denn sonst würden wir uns ja ständig an einem Fleck treffen. ;)


    (Nebenbei: Norweger müssen nicht nach Oslo fahren, um eine Zange zu kaufen. Die bekommt man - zumindest im hohen Norden - durchaus auch in erweiterten Lebensmittelläden. Und selbst im kleinen Berlevåg gibt es einen kleinen Baumarkt (byggtorget, http://www.byggtorget.no/, diese Kette sieht man im ganzen Land. Die Länden sind zwar nicht so riesig, aber du bekommst natürlich eine Zange und noch mehr. Das Bestellen im Internet darf man auch nicht vergessen).


    Beste Grüße,
    Uli

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